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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1911-01-01 · Heft 2 · p. Seite 162

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
55 (1911)
Issue
Heft 2
Article
Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus und dem entstehenden Christentum?
Date
1911-01-01
Page
Seite 162 (sequence 3)
Language
German
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162 Wie verhielt sich das Judentum zu Jesus Alle diese Zeugnisse beweisen, daß man in Rom gar wohl wußte, wessen man sich von der messianischen Bewegung zu yerseben hatte, weshalb man schon unter Claudius, wo man doch von einem Christus Jesus noch nichts wußte, die aufständischen Bewegungen in der Judenschaft auf messianische Aufwiegelungen (impulsore Chresto) zurücl?führte. Ja man hatte sogar davon Kenntnis, daß dieser Christus aus dem Davidischen Königshause hervorgehen werde, und noch unter Trajan wurde nach messianistischen Sprößlingen aus dem Hause Davids gefahndet1). Dieses vorausgeschickt, läßt sich die Verurteilung Jesu besser verstehen. Warum ließ der herodäische Vierfürst Antipas den Täufer in den Kerker werfen und enthaupten? Jesephus gibt uns darauf eine bündige Antwort. Die Bewegung war eine messianische, und >Herodes begann zu fürchten, die hinreißende Beredsamkeit des Mannes, die eine solche Macht auf die Menschen ausübte, möchte leicht einen Aufrühr herbeiführen; darum hielt er es für angezeigter, ihn früher aus dem Wege zu räumen, bevor noch irgend eine Neuerung von ihm ausgegangen, als später nach einer bereits erfolgten Umwälzung die Unschlüssigkeit bereuen zu müssen. — Auf diesen Argwohn hin wurde Johannes in Fesseln geschlagen und enthauptet«2). Ein bloßer Argwohn also genügte in jenen Zeiten, utp selbst völlig unpolitische, rein religiöse Bewegungen, wie die zur Buße und zur Taufe auffordernde Johanneische zu ersticken und den unschuldigen Urheber aus dem Wege zu räumen. Und warum floh Jesus, als ihn die Nachricht von der Hinrichtung des Täufers traf? Nun, weil ja derselbe Argwohn auch ihm verhängnisvoll werden konnte. Auch er hatte einen starken Anhang im Volke und verfolgte anfänglich die gleiche Mission. Was half es da, daß s) Vgl. Hegesipp bei Euseb. H. E. 111, 32. >) Ant. XVIII, 5,2.

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