Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 6 · p. Seite 680

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 6
Article
Die Juden bei Wilhelm Raabe
Date
1910-01-01
Page
Seite 680 (sequence 40)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2829827-2829834-2890358--38302-2890419
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

680 Die Juden bei Wilhelm Raabe: aber wir könnens nicht, Simeaih!«1) »Da hast du noch einen Besen; es ist wohl der schlechteste, aber wir brauchen alle übrigen selber«, hatte Frau Siphra hinzugefügt, Da war der Besen und die fleißige harte Hand, und so gelang es ihr notdürftig eine gewisse Ordnung herzustellen, und so gelangt die alte Großmutter nach Hause. Nachher hat die Greisin das Haupt gesenkt und einen Spruch in der Sprache der Väter gesagt. Nachher hat das kleine Mädchen die alte Mutter die Treppe hinaufgeleitet und sie In das gereinigte Stübchen geführt. Großmutter und Enkelin sitzen einander gegenüber und die Kröppel-Leah tröstet das Kind mit der Hoffnung auf eine bessere Zeit. Währenddessen ist in der Schenke zum heil. Vitus von dem Bündel der Alten die Rede. Zunächst wird von dem Fährmann dem relegierten Studenten Tewes, der vom Pastor, seinem Oheim, barsch abgewiesen worden ist, der Plan mitgeteilt, die allgemeine Verwirrung und Unsicherheit zu einem Raubzug zu benützen. »Die Katholiken fallen auf die Lutherischen und umgekehrt. Und nachher oder dazwischen fallen wir auch den Juden auf die Köpfe.« Da der wackere Tewes nicht darauf eingeht, kommt es fast zu einer Prügelei. Aber alle anderen gehen mit »ins Pläsier« bis auf den Studenten. »Bin ich deshalb der erlauchten Mutter Julia Carolina durch־־ gebrannt, um einem armen Judenweib und seinem Packen schiele Blicke nachzuwerfen? Apage, d. h. ihr Herren, was kümmerts mich? Macht, was ihr wollt, aber mich laßt damit ungeschoren U Er bleibt zurück. Da läutet es Sturm auf der lutherischen und katholischen Kirche. Die Glocken hört nicht nur Lambert Tewes,, sondern auch Bruder Heinrich in Corvey, wohin er eben zurückgekehrt ist Als ehemaliger Krieger zieht er seiner- J) Ein biblischer Name, s. li. Kon, 12,22 u. Chr. 11 24, 26, wie oben Mahalath Genes. 28, 9; beide eigentlich nichtisraelitiscb, denn Simeaih ist eine Ammoniterin, Mahalath die Tochter Ismaels, die FrauEsasss^

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.