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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 5 · p. Seite 631

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
Seite 631 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 631 *Instrument immer von neuem auf den rechten Ton stimmen müssen, *der wird auf die besondere Art festlicher Tage Bedacht nehmen, *wird im Zusammenhänge mit der festlichen Schriftvorlesung bleiben, <wird den Gehalt der festlichen Ideen ausschöpfen und wird die nicht leichte Aufgabe bezwingen, den modernen Menschen für sie zu gewinnen und sein Gefühlsleben mit ihnen zu verknüpfen und in Ein- ׳klang zu bringen. Dem Verständnis für die Erscheinungen und Strömungen des modernen Lebens muß sich hinzugesellen Wärme, Liebe und Begeisterung. Dann wird die Predigt, die nicht in blindem ״Übereifer die Wucht der Tatsachen zu ignorieren vorgibt, ihre alte;Kraft wahren und Eingang finden in den Herzen moderner Menschen, Damit glaube ich Wesen und Bedeutung der »Festpredigten« skizziert zu haben, die uns Maybaum in den beiden umfangreichen Schlußbänden seiner Sammlung vorlegt, und ich glaube meine Auffassung bestätigt zu sehen in den beiden Vorworten, in denen Maybäum die leitenden Prinzipien seiner Predigtweise kurz charakterisiert. Von hoher Warte überschaut Maybaum die Ideale des Judentums, mit großer Begeisterung spricht er von seinen Wahrheiten, von seinem Schrifttum und von seinen Verdiensten, mit sittlichem Ernst prüft und mustert er die Gegenwart, erkennt er die Schöpfungen der Lehre und des Lebens an, stellt er schonungslos an Alle seine hohen ethischen Forderungen. Unaufdringlich kommt der Mann, der Philosoph und der vielerfahrene Kenner des Lebens zum Worte, ungesucht ist Redeform und Bild, geistvoll und gedankenreich der Inhalt, Text and Thema so feinsinnig und vielseitig wie Perlen an der Schnur aufgereiht, so daß dem Verständnis der Weg nicht erschwert wird. Die Abwehr gehässiger Angriffe ist maßvoll (vgl. Bd. V, S. 133), die Polemik gegen das Christentum glücklich und treffend (vgl. Bd. VI, S. 231—2351), das. S, 260), drastisch und markig die Kennzeichnung von Verirrungen des modernen Judentums (vgl« Bd. VI. S. 254). Erireulich ist in der Fülle der hier dargebotenen Reden die Einheitlichkeit, die programmatisch gewahrt wird. Heilige Menschenliebe atmet aus ihnen, harmonische Abgeklärtheit durchweht sie, und eine starke Persönlichkeit hat ihnen das Gepräge eines reichen Geistes, tiefen Wissens, umfassender Beherrschung religiöser und profaner Gelehrsamkeit aufgedrückt: ein bewunderungswürdiges Zeugnis für die Lebenskraft und die Lebenswahrheit des Judentums, das seine Offenbarung einem jeden Geschlecht neu enthüllt, für den Wirklich- ״keiissinn Israels, der nicht in einer erträumten Welt webt. Wir begrüßen diese festliche Gabe, die für weihevolle Stunden bestimmt, den Lesen! ein willkommenes Geschenk, den Lernenden ג) Beachte die Dialog form dieser Predigt.

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