Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 5
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 625 (sequence 1)
- Language
- German
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1Lange, Gerson. Sefer Maassei Cboschew, Die Praxis des Rechners. Ein hebräisch-arithmetisches Werk des Levi ben Gerson aus dem Jahre 1321. Frankfurt a, M., Sänger & Friedberg, 140 S. deutscher und 100 S. hebräischer Text, 1909. 8°. Das vorliegende arithmetische Werk ist im Anfang des 14. Jahrhuadeits entstanden und hat den jüdischen Mathematiker und Philo- \sophen Levi ben Gerson zum Verfasser. Der hebräische Text wird *hier auf Grund von 4 HSS., die in den Bibliotheken zu München, Wien und Paris auf bewahrt sind, von Dr. Gerson Lange zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Gleichzeitig ist vom ■Herausgeber eine deutsche Übersetzung hinzugefügt. Es ist ja gewiß ein Vorzug dieser Übersetzung, daß deren Verfasser sich bemüht ha*, möglichst unverfälscht die Sprache des Gersonides־ wiederzugeben. Wünschenswerter wäre es •aber am Ende m. E. dennoch gewesen, noch mehr, als es geschehen Ist, von der Sprache des modernen Mathematikers Gebrauch zu machen. Ich meine das zunächst aus dem allgemeinen Grunde, weil die Geschichte der mathematischen Literatur heute schon so umfangreich geworden ist, daß man nur mit Mühe das Wichtigste daraus sich aneignen kann. Das Wort: »mathematica sunt — non leguntur« hat leider große Berechtigung. In keiner Wissenschaft dürfte das so schlimm sein. Dazu kommt, daß in erster Linie doch das Mathematische und nicht das Sprachliche an dem Werke des Gersonides interessiert. Für den Nichtphilologen ist die beste wortgetreue Übersetzung von geringem Wert, und der Philologe hält sich doch lieber an den Urtext. Der Wert des Buches liegt auf mathematisch-geschichtlichem Gebiet für uns, und das mathematische Publikum darf Herrn Dr. Lange ganz entschieden dafür dankbar sein, daß er sich der mühseligen Arbeit einer Übersetzung unterzogen hat. Gersonides hat auf dem Gebiet der Astronomie sich um Verb esscrung des »Jakobsstabes* verdient gemacht. In der Trigonometrie ־■dürfte ein Beweis des Sinussatzes von ihm herrühren, wenn er nicht einem arabischen Autor entnommen ist. Der Beweis des Satzes : . a: b sin oc: sin ß 4si von Gersonides wie folgt geführt. Es ist (s. Fig.): « BAC <r COE ß <£ ABC <£ COF. ׳■MonatsEchrltt, 54. Jahrgang. 40