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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 5 · p. 622

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 5
Article
[Rezension]
Date
1910-01-01
Page
622 (sequence 1)
Language
German
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Bespreehisgen. Bella Torre, Lolio, Serltti Sparst, preceduti da uno studio biografieo intorno airauiore. 2 Bde. XVI tmd 556, XVIII u. 494 S., dazu 120 3. hebr. Padtia 1908. Es ist ein Werk kindlicher Pietät, das die Brüder Michele und Eucaräio deiia Torre ihrem Vater widmen. Sie haben recht daran getan, den Namen, der seinerzeit weit über die Grenzen Italiens hinaus häufig genannt wurde und einen guten Klang hatte, der gegen־ wärügen Generation wieder in Erinnerung zu bringen. Lelio della Torre, 1805 in Cuneo geboren, starb 1871 in Padua, wo er ■seit 1829 am Istituto rahbinico a’s Professor für Talmud und die Disziplinen der praktischen Theologie wirkte. Er war ein Mann von guter und "frühreifer Begabung, eignete sich als Autodidakt die Kenntnis der klassischen und der modernen Sprachen au, so daß er die Fähigkeit erlangte, in mehreren Idiomen gediegen zu schreiben. Auch im Hebräischen verdankter nur die elementaren Kenntnisse seinen Lehrern; in den schwierigeren Materien mußte er sich selbst fortbilden״ Talmud z. B. wurde damals in Italien so wenig betrieben, daß della Torre, erst nachdem er sich um die Dozentur beworben hatte, ernstliche Studien in diesem weitschichtigen und so wenig zugänglichen Werke machte. Auch hebräische Grammatik und Stilistik mußte er sich aus *eigner Kraft aneignen; der innere Drang hierzu war so stark in ihm, -daß er schon in jungen Jahren begann und nie aufhörte, elegante hebräische Verse zu machen. Della Torre’s Bedeutung liegt nicht auf dem Gebiete der strengen Wissenschaft; er hat nie ein größeres wis- ■senscbaftliches Werk verfaßt und nur in kleineren Zeitschriften״Artikeln die Resultate seiner unausgesetzten Forschungen veröffentlicht, die in den vorliegenden Bänden abgedruckt sind. Die Herausgeber suchen in der Einleitung I, S. 53 ff. diesen Mangel zu erklären. Große Verdienste hat deiia Torre sich auf dem Gebiete der praktischen Theo* logie erworben. Predigt, Unterricht, populäre religiöse Belehrung, das waren die Gebiete, in denen er sich besonders auszeichnete. Nicht mit Unrecht vergleicht ihn der Biograph mit dem ihm befreundeten Ludwig Philippson, dem della Torre es auch in der Herausgabe einer Wochenschrift »La parola israelitica« gleichzutun gedachte, ihr Plan ist hier zum ersten Male veröffentlicht (I S. 81 ff.). Freilich konnte

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