Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die Emanzipationsbewegung in Bamberg
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 477 (sequence 1)
- Language
- German
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Von A. Eckstein, (Schluß.) Am 1. Januar 1843 rüttelte der Rabbiner von Bamberg wieder einmal an dem Gewissen der Volksvertreter von Bayern mit einer Vorstellung, in welcher er sarkastisch nach den Gründen der Vorenthaltung der Emanzipationsrechte sich erkundigte: »Wer dürfte sich erdreisten, die Geheimnisse der Regierungskunst erspähen zu wollen? Die Höhe des Himmels, die Tiefe der Erde und das Herz der Könige ist unerforschlich«, sagt Salomo in seinen Sprüchen (25, 3). Es mögen indessen die Regierungsmotive sein, welche sie wollen, so können sie doch nur die Versagung des ehehin beantragten vollständigen Bürgerrechtes rechtfertigen, keineswegs aber die Aufrechterhaltung von Satzungen und Maßregeln, die himmelschreiendes Unrecht zur Folge haben und nur dazu dienen, den Religionshaß zu nähren und fortzupflanzen, den redlichen Mann zu benachteiligen und seinem Ehr- und Rechtsgefühl tiefe Wunden zu schlagen«. Bei der Einreichung dieser Eingabe hatte aber Rosenfeld verabsäumt, ein Mitglied der Kammer geschäftsordnungsgemäß zu deren Aneignung und Vertretung zu veranlasse 3. Und als der protestantische Dekan Bauer, Landtagsabgeordneter aus Bamberg, ihn brieflich auf die Folgen dieser Unterlassung aufmerksam machte, rief ihm R. in seinem Antwortschreiben vorn 15. Januar die Worte zu' »Gott mit Ihnen, edler Herr! Möchte es viele, viele Ihres Gleichen geben, und der Menscheit Elend würde bald ein