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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 4 · p. Seite 461

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1910-01-01
Page
Seite 461 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Beiträge zur Geschichte und Literatar im gaonäischen Zeitalter. 461 Hajaweih im letzten Drittel des neunten Jahrhunderts1). Seine Ketzereien waren derartig verbreitet, daß sie sogar in die Schulen Eingang gefunden hatten und man für die Kinder Lehrbücher nach diesem System zusammengestellt hatte, wie, nach Abraham Ibn Daüd’s Bericht, Saadja selbst; es bezeugt hat. Unter den von Hajaweih erhobenen Einwürfen befanden sich sicher auch solche gegen die Echtheit des Textes der Thora, wie überhaupt solche Probleme, die eine unheilvolle Verwirrung anzurichten geeignet waren, und die damals noch vielfach die denkenden Kreise beschäftigten. Nur sehr weniges ist uns aus zeitgenössischen und späteren Berichten über den Inhalt der Kritik Hajaweih's erhalten. So weit unsere Kunde reicht2), erstreckte sie sich in dogmatischer Hinsicht außer den Fragen, warum Gott den Wohnsitz seiner Herrlichkeit von den Engeln unter die Menschen verlegt hat, und, wieso er an Opfern u. dgl. Gefallen finden könne5), auch noch über die Praeexistenz der Welt, die Negierung der menschlichen Willensfreiheit; sie behandelte ferner Zweifel an der göttlichen Allwissenheit und und Treue, an den Geboten und Wundern, sucht Moses, Stellung herabzuwürdigen und auch Widersprüche in den Erzählungen der Bibel nachzuweisen. *) In seinem ׳ הגלויD, hei Harkavy a. a. O., S. 176, berichtet Saadja von seinem polemischen Werk gegen diesen Ketzer, und bemerkt dabei: .אשד סברו קם בין אנשי אומתנו ששים שנד. Andere Belege fürdiese Zeitansetzung vgl. ebendort S. 147. 2) Vgl. die Zusammenstellung bei Poznaüski a. a. O. S. 116 — 125, wo auch die einzelnen externen Quellen der Anschauungen Hajawehi's. nachgewiesen werden. 3) Vgl. hierüber Saadja, Emunot we-Deot Traktat III, Kap. 10. Mit Recht weist Poznanski, a. a. O., S. 125 darauf hin, daß nicht auch die anderen acht, dort erwähnten Einwürfe von Hajawei’h herrühren^ wie Graetz Gesch. Bd, V3 *, S. 465, annimmt. (Fortsetzung folgt.)

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