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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 4 · p. Seite 453

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 4
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1910-01-01
Page
Seite 453 (sequence 2)
Language
German
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Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. 453 hin richteten die babylonischen Lehrer, jedenfalls unter Saadja’s wesentlicher Mithilfe, an ihn ein zunächst ziemlich milde gehaltenes Schreiben, von dessen Original uns nur die letzten, in Segensworte für ihn und seine Umgebung ״ausklingenden Zeilen erhalten sind1). Darin wird der Annahme Ausdruck gegeben, daß vielleicht nur ein Ver- -sehen seitens des Sohnes Ben Meir’s vorliege, und die Hoffmung ausgesprochen, daß dieser sich nicht bedenken würde, seinen Irrtum einzugestehen2). — Hierauf antwortete Ben Meir in einem längeren Schreiben, das uns vollständig erhalten ist3). Dieses ist besonders im Eingang stilistisch bemerkenswert, indem es sich dem damals wohl üblichen -Pijjutstiel stark nähert4). Es beginnt gleichfalls mit Segensformein für die Babylonier, die der Schreiber seiner innigen Tebeth war. Da jedoch Saadja im Sinne der Babylonier geschrieben hat, wird jedenfalls der letztere Monat in Betracht kommen. Auf die Kunde von Ben Meir’s Bekanntmachung ist dann, jedenfalls schon Ende desselben Monats, das vomTebeth 1233 der seleucidischen Aera datierte Sendschreiben der Babylonier ergangen. Mir erscheint die Annahme *Epsteins in Hagoren a. a. 00 S. 138—187, daß hier von einer zweiten Bekanntmachung Ben Meirs die Rede ist, während die eiste am Hoschana rabba auf dem Ölberg erfolgt sei, nicht haltbar. Abgesehen davon, daß eine solche doppelte Provokation Ben Meirs ausdrücklich erwähnt worden wäre, spricht der Bericht Saadjas im Sefer ha־Moadim auch dagegen. Die Wiedergabe des wesentlichen Inhaltes des Schrei״ bens der Babylonier ist derartig milde, wie es unmöglich der Fall sein könnte bei einem wiederholten Auftreten des Gegners. Der von Saadja gegebene Bericht des sachlichen Inhalts von Ben Meirs Antwort deckt sich mit dem des uns davon erhaltenen Textes, nämlich der Ablehnung einer Einmischung und Hervorhebung des Vorrechtes von Palästina, und dem alsbaldigen Eingehen auf das System;במר״ת-־אמד׳ת für den TischrimoJad. ף Vgl. Harkavy a. a. O, S. 213, Z. 1-10 fgg., Epstein in RdEJ, u. a, O. S, 179. 2) Vgl. Bornstein, S. 76, Z. 21—29. 3) Vgl. Harkavy a. a. O. Z. 10 fgg., Epstein a. a. O. S. 180 fgg., Bornstein S. 59 fgg. 4) Bemerkenswert ist die Anrufung aller hervorragenden Gersfalten der biblischen Zeit.

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