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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 4 · p. Seite 389

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 4
Article
Neueste exegetische Methoden
Date
1910-01-01
Page
Seite 389 (sequence 5)
Language
German
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Neueste exegetische Methoden. 389 M ■ J;1 ■•■■1 •i ,i :1 I mythologischen Züge, in welche die Berichte der Bibel gekleidet sind, zu diesem Ergebnis kommen könnte. Denn inkonsequent wären diese Schlußfolgerungen keinesfalls. Diese Gelehrten selbst aber vermeiden diese Klippe und behaupten: die altorientalische Weltanschauung, die in den Gestirnen einen Kommentar göttlicher Gedanken sieht, gibt fürj die gesamte orientalische, also auch für die israelitisehe Geschichtsdarstellung nur den künstlerischen Rahmen ab. Was für den Maler die Farbe, was für den Dichter die poetische Form ist, das ist für den orientalischen Erzähler das mythologische Schema. Die Einflechtung mythologischer Vorstellungen gehörte eben zur Kunst der Erzählung. Der Mythus war für den alten Historiker, was die Metrik für den Dichter ist, und zwar so, daß, wenn man diese astralen Zutaten entfernt, man dann erst den reinen historischen Kern findet. Welches sind nun die astralen Zutaten? Der biblische Erzähler soll in dem Character des »wandernden« Abraham, der von der südlichen Mondstadt Ur nach der nördlichen Mondstadt Haran wandert, der 318 Knappen — entsprechend den 318 Tagen der Mondsichtbarkeit — in den Kampf führt, (Gen. 14, 14.), der, wie der Mondgott Sin, der Abu-ilani, auch Ab-ram heißt, das Motiv des wandernden Mondes haben ausklingen lassen wollen. Im Gegensatz zu Abraham ist Sarah, die nach dem südlichen Ägypten und Philistäa zieht und dort in Abimelechs Haus die Sterilität verursacht Sonne, die im Herbst in die Unterwelt geht und dann, wie in der Iätarsage, die Unfruchtbarkeit verursacht. Das lätar-Motiv soll auch in der Erzählung von Thamar liegen, die ebenfalls ihre Männer ums Leben bringt. (Gen. 38). Wie der Adonis-Thammus im Herbst in die Unterwelt fährt, um nachher im Frühjahr als segenspendende Sonne emporzukommen, so fährt auch Josef zuerst ins Gefängnis, in die Grube, um nachher als Retter und

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