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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 4 · p. Seite 388

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 4
Article
Neueste exegetische Methoden
Date
1910-01-01
Page
Seite 388 (sequence 4)
Language
German
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388 Neueste exegetische Methoden. anschauung glauben die Gelehrten gleichsam die Grund״ läge für die astralmythologische Interpretation der Bibel gefanden zu haben; denn nicht nur das biblische Weltbild im Allgemeinen soll dem babylonischen ganz entsprechen, sondern auch die älteste Geschichte Israels scheint ihnen nach dem Schema der Sternenwelt dargestellt zu sein. Wenn daher in der Bibel, wie in Babylon, die Sterne »Heer« — צבא השמים — genannt werden, wenn auch die Bibel das Erdreich dreistöckig Lufthimmel, Erde und Ozean unterhalb der Erde — שמים ממעל, ארץ מתחת; כדם מתחת לארץ — sich denkt, wenn auch die Bibel mehrere Himmel kennt, — שמי השמים — wenn auch in Israel die Nordseite sich einer besondern Heiligkeit erfreut, weshalb Jerusalem als ihr gehörig angesehen wurde — הר ציון ירכתי צפון — und sämtliche Opfer an der Nordseite des Altars geschlachtet werden — על ירך המזבח צפונה — wenn auch im alten Israel das Totenreich, wie in Babylon, unter die Erde verlegt wurde — שאול מתחת רמה לך — und wenn ferner die von den Babyloniern dem Himmelsbilde entnommenen heiligen Zahlen auch in der Bibel überall von großer Bedeutung sind und dgl. mehr, und die Gelehrten somit das babylonische Astralbild in der Bibel wiedergefunden zu haben glauben, so bereitet es ihnen keine Schwierigkeit mehr, auch in den Ereignissen der biblischen Geschichte, soweit sie in ihnen Anspie* Jungen auf himmlische Ereignisse zu finden meinen, nur Reflexe jener Himmelserscheinungen zu erblicken. Ja sie behaupten sogar, ganz allein im Besitze des wahren Verständnisses für die biblische Geschichte zu sein. Denn das altbabylonische astrale Weltbild habe seine Spuren in der biblischen Erzählungskunst hinterlassen, und Pflicht der Bibelexegese sei es daher, diesen Spuren nachzugehen. Diese Gelehrten verwahren sich gegen den Vorwurf, als wollten sie die ganze biblische Geschichte in Mythologie auflösen, wenn sie auch andererseits zugeben, daß es nicht verwunderlich wäre, wenn jemand auf Grund der Feststellung all der

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