Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 383 (sequence 11)
- Language
- German
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Besprechungen. 383 erster Reihe nach dem Sichtbarwerden des Neumondes (ע״ם ראיה) von dem palästinensischen Synhedrium oder von einem von dem Synhedrium dazu autorisierten Gerichtshof auch außerhalb Palästinas geschehen. »Nur für den Fall, daß kein Synhedrium in Palästina besteht, hat die הלכה למשה מסיני die Bestimmung nach der Berechnung des Mondlaufes angeordnet. Aber auch die Bestimmung ע״ם החשבון kann nur von Palästina ausgehen. Unsere gegenwärtige Kalenderbestim- Uiuug hat außerhalb Palästinas ihre Gesetzeskraft nur in der Gewißheit, daß man in Palästina nach derselben Rechnung die Monate und?eiten bestimmt« (490). Nach Nachm, hingegen ist die Feststellung des Kalenders durch ein beliebiges Kollegium von drei ordinierten Richtern von Rechtswegen gütig, wenn man auch beim Bestehen eines Syuhedriums die Bestimmung diesem und dem von ihm eingesetzten Kollegium überließ. Daher konnte man nach Aufhören des Synhedriums vom ursprünglichen Rechte wieder Gebrauch machen (492). »Unseren gegenwärtigen Kalender verdanke man aber einem späteren Nassi Hillel, der auf Grund einer festen Berechnung für die Folgezeit die Monate und Schaltjahre deklarierte« (das). Den Eiuwand des Nachm, gegen Maimonides, welche Rechtsbasis ,denn unsrer gegenwärtiger, auf Berechnung beruhender Kalender habe, da es in Palästina keine ordinierten Gelehrten gebe, deren Deklaration nach Maimonides auch bei der Berichnungsmethode noch notwendig erscheint, sucht der Verfasser mit der Stelle in Mischnah Tora (Sanhedrin K. IV, 11) zu entkräften, wonach »ein mit Zustimmuug aller Gelehrten ״Palästinas eingesetzter [ליי auch in .unserer Zeit als ordiniert .(סמיך) zu gelten habe (491). Trotz mancher Ausstellungen j,s,t dieses Unternehmen geeignet, dem Leser ein Biid von Mmntuui’s Wirken und ,Einfluß zu gewähren. Und so möge denn auch der zweite Band zur Freude aller Maimuni-Verehrer bald erscheinen. Wien. Simo!1 Ru.bi n. ★