Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 373 (sequence 1)
- Language
- German
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Moses ben Maimcn. Sein Leben, seine Werke und sein Einfluß. Zur Erinnerung an den siebenhundersten Todestag des Maimonides herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. Band I. (Schluß.) »Der Ritus im Mlschne Thora« ist das 6. Thema, das von I. Elbogen behandelt wird. Elbogen, ein Fachmann auf dem Gebiete der Liturgie, behandelt in diesem Aufsatze S. 319—331 den Gebettext, den Maimuni in ה, תפלח und im Anhänge zum Buche אהבה bringt. »Der von M. gebotene Text erstreckt sich ausschließlich auf die Stammgebete; die im Talmud vorgeschriebenen oder angedeuieten Stücke sind sämtlich aufgenommen und für verbindlich erklärt. Unter den jüngeren Teilen der Stammgebete wird dem Minhag ein ziemlich weiter Spielraum gelassen. Pijjutim werden nicht erwähnt«. »Maimuni hatte Gelegenheit, verschiedene Riten kennen zu lernen. Er ist in Spanien unter sephardischem Ritus geboren; auf seinen Wanderungen im Orient und in Ägypten kam er mit dem palästinisehen Ritus in Berührung. Man kann sagen, daß zwei gaonäische Gebetordnungen auf ihn gewirkt haben: die Amrams und die Saadjas« (322). Da nun der Talmud wohl die Grundlinien einer Gebetordnung, aber keine ausgeführte Liturgie enthält, so müssen wir, wenn wir M.s Gebettext einzureihen wünschen, in einem der späteren Riten Umschau halten. Eine Anzahl charakteristischer Merkmale, die der Verfasser einzeln anführt, sind Belege für die Benützung der Gebetordnung Amrams durch Maimuni (326). Andererseits gibt es auch bei M. viele Abweichungen vom sephardischen Ritus, die nur durch den Einfluß des palästinensischen Ritus, der ihm durch den Siddur Saadja’s zugänglich wurde, zu erklären sind (327). Auch finden sich bei M. ganz isolierte Einrichtungen, die sich auf die angeführten Quellen nicht zurückführen lassen. »So hat er bekanntlich für Kairo die Verordnung getroffen, daß die leise Rezitation der Tefilla wegfallen und sofort mit dem lauten Vortrag durch den Vorbeter begonnen werden sollte« (330). Zu diesem kurzen, aber inhaltsreichen Aufsatz ist nur Folgendes zu bemerken: Unter den Beweisen für den Einfluß des pa-