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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 316

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
54 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
Date
1910-01-01
Page
Seite 316 (sequence 12)
Language
German
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316 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. tigen Jeschiba, Ben Meir, ausgehende Bewegung in der bisherigen Kalenderfestsetzung eine willkürliche Änderung herbeizuführen1). Ben Meir2} wollte, gegenüber der bis dahin unbestrittenen geistigen Oberherrschaft Babyloniens, durch Wiederherstellung des noch in der talmudischen Zeit unbestrittenen Vorrechtes Palästinas in Bezug auf Festsetzung des Kalenders das heilige Land in den Vordergrund des religiösen Lebens stellen. Auch, nachdem die effective Neumondsfestsetzung durch den Vorsitzenden des palästinensischen Lehrhauses aufgehört hatte, hatte man wenigstens im engeren Kreise nicht den Anspruch auf die alleinige Kenntnis der für die Neumondsberechnung in Betracht kommenden Bestimmungen aufgeben wollen, und so veranstaltete man am Neumondstage eine festliehe Versammlung der Gelehrten, wobei in einer kunstvoll gestalteten Eulogie von den, gleich den Synhedristen und Kalenderkundigen, im Halbkreise sitzenden, gelehrten Forschern gesprochen wurde und mit der, in der Mischna angegebenen Formel der Beginn des neuen Monats angekündigt . wurde3). Zur Zeit des heftigen Streites um das Gaonat von Pumbadita in Bagdad weilend, hatte Ben Meir tätigen Anteil an demselben genommen, indem er dem R’Mebaßer gegen den Exilarchen David ben Sakkai und dessen Anhang, besonders gegen Koben Zedek, geholfen, seiner Parteinähme für den erstgenannten Gaon auch in seinem Heimat- 1) Vgl. S. 257. 12 fgg. — Ueber diesen Kalenderstreit, von dem zuerst Harkavy in Studien V, S. 212 fgg. Mitteilung machte, vgl. den den Aufsatz von Poznaiiski in JQR. X, S. 152—161: Ben Meir and the origin of the Jewish Calendar, ferner die umfassenden Zusammen- Stellungen von Abr. Epstein in REJ. XL1I., S. 173 fgg., Bornstein in der Sokolow-Festscbrift, S. 19-189״, und die Auseinandersetzung mit letzterem von Epstein in Hagoren V.,־S. 118—142. 2) Vielleicht hieß er, nach Saadyana II, S. 8 Z. 6, mit Vornamen Ahron. 8) Vgl. Massechet Sofrim XIX, 9 und Bornstein a. a. O. S. 24.. Anin. 3.

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