Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 312 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2829132-2829827-2829831-2889910--37915-2889995- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
312 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. Hohepriester und der König, auch nach I Kön. 13, 15 der Prophet zu verstehen ist, — der gegen Gott selbst gleichgestellt ist. Die Schrift selbst könne unmöglich alle Gebote und Mitteilungen behufs Leitung des Menschen in seiner Lebensführung bis ins einzelnste enthalten, und darum sei gleichsam von Gott selbst in den von der Bibel nicht berührten Dingen den Weisen zu jeder Zeit die Leitung übertragen1 2) worden, so daß ihr Wort dem des göttlichen Gesetzgebers gleich zu erachten sei. In Bezug auf die Notwendigkeit mancher scheinbar überflüssiger biblischer Erzählungen äußert sich Saadja im Sefer Hagaluj gelegentlich einer Polemik gegen seine Gegner, im Anschluß an die vom Talmud Sanhedrin 99 b berichteten Kritiken des Königs Menasse. So ist der Berieht in Gen. Cap. 36 von dem Verhältnis zwischen den Nachkommen Esaus und den Ureinwohnern des von ihnen eroberten Landes durchaus notwendig, denn, um das Verbot der Schädigung des Brudervolkes von Esau an Leben und Gut zu beobachten, mußte man genau wissen, welche Bewohner des edomitischen Landes zu Esau, und;welche zu den früheren Insassen gehörten. Aus demselben Grunde erklären sich auch die Angaben in Num. 21, 26 und Deut. 2, 23. Diese wenigen, hier hervorgehobenen Punkte mögen genügen, um die Eigenart Saadja’s als Exeget und Interpret des Lehrinhalts der Bibel in das richtige Licht zu setzen, so dsß er neben den vielfachen Berührungen mit Onkelos, besonders in der Vermeidung der Anthropomorphismen3), als v) Dis Stelle lautet, mit den mir von Herrn Prof. Goldziher mitgeteiiten Verbesserungen: פאן אלסיאסד*. ואלתדביר לא יחיט אלכתאב •אמדהמא וצברדמא אלי אקאצייהמא פאחאלוא פי מא בקי וצוד. אלתדביר ממא לם יכתב פי כל עצר ולמא כאן הו עז וצל אליי אחאלדי. עליח צאר מא ■יקולח אלמסיח הו קול אללה« 2) Vgl. Harkavy, Studien etc. Th. V, S. 171 fgg. 3) Vgl. Schmiedel in der Monatschrift 1902, S88~־83 ־ u. S. 353—361^