Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 54 (1910)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 131 (sequence 3)
- Language
- German
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Palästinas Erdgeruch in der israelitischen Religion. 131 Kultus unter den Juden in Meron, obwohl die jüdische Religion ihn noch heftiger verpönt. In der Verfolgung von Spuren uralter heidnischer Sitten des Orients, die über die Assyrer auf die spätere Zeit bis zur heutigen Landbevölkerung hinabführen und dabei deutlich auf die Entstehung religiöser Formen mit altem und neuem Ideengehalt bestim- •mend gewirkt haben, zeigt Greßmann einen guten Spürsinn. So waren mir zwar die meisten Einzelheiten (die blaue Hand usw.) bekannt, ohne daß mir der Zusammenhang dieser Dinge je aufgegangen wäre. Es ist zuzugeben, daß hierbei die Phantasie in Aktion •treten muß. Doch daß der Verfasser hierin weit über das ,Maß des Erlaubten hinausgeht, wollen wir schon hier an der Hand einiger Beispiele beweisen. Wichtiger ist dieser Beweis im zweiten Teil, weil dort neben den historischen auch .theologische Fragen im Spiele sind, deren Behandlung uns dort ebensowenig kritisch erscheint. Zur Erklärung der uralten Sitte der Heiligengräber erwähnt Greßmann, daß schon immer die Heroen des Volkes ,an Kultstätten begraben wurden, da, wo die Gottheit wohnt. Und daß gerade bis in späte Zeiten hinein die Berge als Sitze .der Gottheit galten, ist kurz vorher bewiesen worden. »So :starb Mose —fährt Greßmann fort — auf dem Berge Nebo, .der, wie sein Name zeigt, dem babylonischen Gotte Nebo geweiht war«. Es wird hier nur übersehen, daß Mose auf dem :Berge eben nicht begraben wurde. Er bestieg den Berg zum Sterben, weil er von hier das Land übersehen konnte; »be- -graben aber wurde er im Tale, im Lande Moab...., und niemand kennt seine Grabstätte bis auf diesen Tag«. Eher wäre das Grab Aharons auf dem Berge Hör beweisend. Aber es erhebt sich sofort der Einwand, warum nicht auch die anderen Heroen, deren Gräber örtlich bezeichnet werden, .auf Bergen bestattet worden sind, warum Abraham, Isaak und Jakob nicht auf einem heiligen Berge, sondern in der Höhle Machpelah ruhen sollten, die Abraham von den Chittitern 9*