Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 6
- Article
- An Götzen vorbei
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 749 (sequence 3)
- Language
- German
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Notizen. 749 genommen habe (M. Zs. Szemle 7, 390 f.), gewiß nicht als bindend für alle Zugehörigen des Volkes, auch nicht für alle Gesetzeslehrer, sondern nur für diejenigen unter den letzteren, die, wie zur Genüge bekannt, sich freiwillig einer priesterlichen Reinheit befleißigten. Ich war in der Lage auf folgende merkwürdige Äußerung des im 4. Jh* in Palästina lebenden Kirchenvaters Hieronymus zu verweisen (in Es. 65, 4) . . , quetnadmodum Samaritani et Judaei omnesque Haeretici, quales u nper sub magistro cerebroso in Gallia pullularunt, qui basilicas Martyrum de clinantes, nosquiorationes ibi ex m ore celeb r amu s, quasi immun dos fugiunt. Von Haß oder Verachtung geleitet, kann der Kirchenvater vielleicht etwas übertrieben haben, aber im Grunde wird er doch recht haben, daß die Juden und Samaritaner die christlichen Kultusstätten mieden, weil sie sie für unrein hielten (es heißt nämlich nicht, daß sie die Christen überhaupt mieden, sondern insoferne diese in den Basiliken der Märtyrer beteten). Das Verhalten der Juden und Samaritaner in diesem Punkte mag auf alter Gewohnheit beruhen, d. h. sie setzten nur das fort, was sie früher bezüglich der heidnischen Kultusstätten beobachteten, ganz im Sinne der obigen talmudischen Angaben. Bezüglich der Samaritaner ist die Observanz der levitischen Reinheit von Niemand bezweifelt worden, aber wir sehen, daß Ähnliches im 4. Jh. auch bei rabbinischen Juden geltend war. Fremde, und darum unheimliche, Kultusstätten zu meiden, ist übrigens ein leicht erklärbarer psychologischer Zug; die darauf bezüglichen Daten sind also auch ohne balachische Motivierung an sich erklärlich und glaubwürdig. Wien. Samuel Krauß. 3. Zur Notiz des Herrn Prof. Llebermaßn über den jüdischen Agenten der Königin Elisabeth in Konstantinopel (oben S. 634) bemerkt Herr Rabbiner Dr. Guttmann, daß Salmone Cormano Ische Hebreo gewiß kein anderer ist, als der bekannte Arzt und Diplomat Salomo b. Nathan Germano oder Aschkenasi, und hat damit zweU fellos das Richtige getroffen. M. Brann.