Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 6
- Article
- An Götzen vorbei
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 747 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Notizen. 747 2. ״An Götzen vorbei“. Aptowitzer (MGWJ 52, 747) bemängelt es, daß ich und Büchler merkwürdigerweise eine Art von (Jnreinheitsübertragung voraussetzen, »die der Halacha ganz fremd ist . . . Eine Unreinheit [durch Götzen] kann nur durch unmittelbare oder mittelbare Berührung und durch אהל übertragen werden.« Ich unterschreibe diesen Satz und bemerke dazu, daß in den zuerst von mir, dann von Büchier behandelten Stellen tatsächtlich das אהל enthalten ist. Die Miäna (Ab. Sara 3, 8) lehrt, man dürfe unter dem dem Götzendienst geweihten Baum (אשירה) nicht hindurchschreiteni, und wenn man es doch getan hat, ist man unrein (מלא יעבור תחתיה ואבו עבר טמא-■ Nach b. z. St. handelt es sich um ,תקרובת עבודד, זרד, d. h. um den götzendienerischen Kultus, der unter der A§era gepflegt wurde, und wie eine Leiche (מטמא באהל (מת ist, so auch der Kultus, d. h. in positiver Form, der dort stattgefundene Opferkultus. Das gilt natürlich nicht bloß von der Asera, sondern von jedem Götzenbild. Aptowitzer selbst verweist auf T. A. S. 6, 2 (p. 469 ed. Z.), aber es ist dort nicht bloß »eine Art«, sondern eine veritable טומאת אהל angesagt, besonders im Absatz 3: המכנים ראשו ורובו לבית עבודה זרה טמא (nähere Begründung s. im j. A. S. 43 b. u. j. Sabb. 9, 1, fol. 11 d.) Wie ist es nun, wenn das Standbild für sich da steht? Die Logik (סברא), wie sich L. Heller zu Misna A. S«, 3, 8 ausdrückt, bringt es mit sich, daß wenn das Opfer (תקרובת) verunreinigt, sodann umsomehr das Götzenbild selbst; dieses ist aber מת, Leiche, die bekanntlich in erster Reihe im »Zelte« verunreinigt. Nach Tosafoth Chullin 13 b ist die Unreinheitsquelle des Opfers nach R. Juda b. Bathvra sogar ein mosaisches Gebot (דאורייתא), und wir bewegen uns in der Lehrmeinung dieses Gelehrten, nicht in der von b. Sabb. 83 b. Die Entscheidung in dieser Art Unreinheit soll zwar in erleichternder Weise ausfallen, aber j A. S. 43 b und j. Sabb, 11 d führt aus, daß bei ganzen unversehrten Götzenbildern (בשלימה) eine gewiße Erschwerung einiritt. Sobald nun das Götzenbild unter einer Wölbung, unter einem Bogen, richtiger in einem Säulengang (denn davon ist die Rede) aufgestellt ist, ist der Begriff des אהל gegeben, und somit stellt sich von selbst das Verbot der Misna ein: לא יעבור תחתיה. Sehen wir uns nun auf das hin die von mir und Büchier behandelten Stellen an. R. Chijjab. Abba ist unter dem Säulengang von Caesarea nicht hindurchgeschritten (כפתה j. Beracfi 3, 6 a Z. 42), In Caesarea hat es nicht bloß einen Bogen, sondern einen Säulengang gegeben, wie wir aus anderen Daten wissen (smeine Notiz in JQR. 14, 747), und ist כפתה, wenn nicht der Säulengang selbst, so doch jedenfalls der als Bogen geformte Eintritt in denselben. Wer nicht