Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die von Maria Theresia projektierte Esrogimsteuer
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 722 (sequence 3)
- Language
- German
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722 Die von Maria Theresia projektierte Esrogimsieuer. Zensors, des Jesuitenpaters Franziskus Haselbauer1), schließen. Dieses Gutachten, das wohl als Beilage zu dem mutmaßlichen Schreiben verwendet wurde, lautet nämlich wörtlich : *Ich endes unterschriebener, der Societät Jesu Priester und« *Librorum Hebraicorum Revisor Regius Bezeuge hiemit; daß in« »dem Jüdischen Rechten-bucli Schufchan Aruch im Tractat Tor« »Orach Chajim § 658 Von dem Luloph gelebret wird, daß ein Jud« *nach dem er mit dem Adams Apfl den Segen gesprochen, kann er« *denselben [apfl] per donationem einem andern überlaßen und« »dießer andere einem andern und widerum einen andern folglich« »nicht ein jeder seinen absonderlichen apfl haben muß, also haben« »im Talmud Succa fol. 41 die Vornehme Rabbiner Rabbi Gambe!,« »Rabbi Jehoschua, und Rabbi Elieser gethan, welche Taltnudtsche« »Rabbiner andern Juden zu einem exempl dienen.« »Ur kundt dessen bezeuget meine eigene Handt Unterschrift.« *Pragae ad S. Clement. Francisco Haselbauer « »27-Januarii 1745. e Sode Jesu libr. Hebraicorum Revisor Regius m. p.« Weiter hören wir nichts von der Steuer oder dem Projekt. Die Sache fand wohl ihre Erledigung durch das kurz darauf ergangene Edikt der Judenausweisung. Wie so oft, gilt auch hier der Satz unserer Weisen: צרות האחרונות משכחות את הראשונות. beglaubigt am 1. Februar 1745 — enthält das Faszikel Nr. 117 des Prager jüdischen Gemeindearchivs. ג) Haselbauer war bekanntlich mit R. Jonathan Eibenschütz befreundet, der ihm wohl oft bei ähnlichen Gutachten an die Hand ging. In diesem Falle muß ihm ein anderer geholfen haben, weil ja Eibenschütz schon 1741 Prag verlassen hatte. Doch wenn wir auch Haselbauer keine talmudischen Kenntnisse zuschreiben wollen, muß doch entschieden Grünwalds Versuch in Z. f. G. d. J. i. D. II, 388 Haselbauer als unwissend hinzustellen, zurückgewiesen werden. Grünwald scheint dort die gewundene Erklärung des jüdischen Vorzensors Jeiteles bezüglich der Übersetzung »Allerheiligen« mit "כל דקדישים״"" die nichts anderes ist als eine leere Ausrede, sehr mit Unrecht ernst zu nehmen.