Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Reichssteuern der deutschen Judengemeinden von ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 691 (sequence 13)
- Language
- German
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ihren Anfängen bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. 691 4. »die stur (stewer, stiur u. s. w.)«1) oder lat.: »stura (steura, stmra etc.)«2 *). Höhe der Jahressteuer. Die Höhe der Steuer wurde, wenn man dem Wortlaut der Urkunden folgt, durch ein Übereinkommen zwischen dem König bezw. dessen Bevollmächtigtem und der Juden״ gemeinde festgesetzt. So erhielt der Kanzler Hermann von Lichtenberg 1829 von Ludwig dem Bayer die Vollmacht, u. a. mit den Reichsjuden »convenciones« abzuschließen und zu erneuern®). Der Zusammenhang erfordert es unbedingt, bei dem Ausdruck »convenciones« an Übereinkommen zu denken, deren Zweck die Festsetzung von Steuersätzen ist. Der erwähnte Ausdruck ist in anderer Form schon in einer Urkunde aus der früheren Zeit anzutreffen. Heinrich VII. betonte nämlich 1312 bei der Verpfändung der Städte Boppard und Oberwesel, daß der Pfanidherr von den dortigen Christen und Juden als Jahressteuer nur die Summe fordern dürfe, welche er (Heinrich VIL) von ihnen bisher »convenienter« d. h. vertragsgemäß erhalten habe4). Freilich kann i) Reimer, Hessisches U.־B. Abt. 2 Bel. I nr. 546; Oefele a. a. O. 1, 766; Thommen, Urkunden zu! Schweizer Gesch. aus österreicbischen Archiven I nr. 360 u. viele a. St. s) Hilgard a. a. O. nr. 256; M. G. Constit. IV nr. 388; Boos, Wormser U.-B. II nr. 112 u. a. St. — Schließlich seien hier noch hebräfsche Bezeichnungen der Jahressteuer erwähnt, wie sie in zeitgenossischen Responsen vereinzelt Vorkommen: ,מם הקצוב להם בכל שנד (Rechtsgutachten d. Mei’r von Rothenburg, ed. Prag, [Budapest 1895] nr. 992; מסים קצבתן שנותנים בכל שנה למס (RGA. d. Me'fr v. Rothenbürg, ed. Bloch, [Berlin 1891—92] S. 277 nr. 58); oder kurzweg: מם קצוב (ebd. S. 210 nr. 141). s) Hilgard, Speyerer U.-B. nr. 385. 4) Günther, Cod. dipl. Rheno - Mosellanus III nr. 53; Urk. Heinr. VII. d. d. 1312 Juli 18. — Der Vollständigkeit halber sei noch folgende Stelle eines Briefes zum Vergleich herangezogen, den Rudolf von Habsburg an die Witwe eines Herrn von Bolaiiden wegen übermäßiger Besteuerung der Bopparder Juden richtet: »Caeterum sciat iua devotio, quod illa gratia, quam de Judaeis nostris Bopardiensibus 44*