Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die neuesten Aufstellungen über Moses und sein Werk
- Date
- 1909-01-01
- Page
- 641 (sequence 1)
- Language
- German
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Von 8. Jampel. In dem Bericht über »Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre« (Jahrg. 1908, 21 ff. 145 ff.) haben wir die vier Hauptrichtungen, nach denen die Auffassung von der Entstehung der biblischen Religion auseinandergeht, kennen gelernt, und sind zu dem Ergebnis gelangt, daß der Schauplatz des Kampfes besonders die zwischen Moses und Ainos liegende Periode ist. Während nämlich nach den konservativen Überzeugungen die Urheberschaft der israelitischen Religion auf Moses zurückgeht, bemühen sich die radikalkritischen Schulen, die bisher dem Mose zuerkannte Rollen den sog. ersten Schriftpropheten Arnos und Hosea zuzüerteilen. Die Anhänger der zuletzt genannten Richtung glauben daher daß die Israeliten bis in die Propheten-Periode hinein, also bis ungefähr ins 7.—8. Jahrhundert nach Moses, Heiden waren, ganz so wie die ihnen verwandten Nachbarvölker, die Moabiter, Ammoniter, Philistäer, Kananäer usw. und sich von diesen nur dadurch unterschieden, daß der spezielle Stammesgötze Israels JHW hieß, während der der Moabiter Kemosch, der der Ammoniter Milkom, der der Ekroniter Beizebub usw. genannt wurde, wie ja auch in der Tat, der isr. Richter Jephtah zum Ammoniterkönig sagt, (Richter 11, 24) »was dein Gott Kemosch für dich erworben hat, soll dir gehören, was aber unser JHW für uns erworben hat, ist unser.« Hiernach sollen die Israe- 41 Monatsschrift, 53. Jahrgang.