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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 5 · p. Seite 590

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 5
Article
Vorarbeiten zur "Germania Judaica" II.
Date
1909-01-01
Page
Seite 590 (sequence 2)
Language
German
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590 Vorarbeiten zur »Germania judaica«« 11. größten Römeranlagen in Deutschland29). In den Tälern des Regens und der Naab führten uralte Straßen zur Donau. »Die Gegend mußte eine Stadt herbeilocken», wie Goethe in seiner Italienischen Reise bemerkt80). Als der Handel im 11. Jahrhundert aufzublühen begann, gewann Regensburg mehr davon, als irgend eine deutsche Stadt81). Die Lage der ummauerten Stadt an der bedeutenden Wasser straße begünstigte ihre Entwickelung82). Die Regensburger Judengemeinde gehört wohl zu den ältesten in Deutschland. Unter den Juden ging die Tradition, daß sie schon in vorchristlicher Zeit in Regensburg gewohnt hätten. Das sollte ein Brief beweisen, in welchem die Juden Palästina’s sie von der Kreuzigung Jesu’s benachrichtigten88). Urkundlieh werden Regensburger Juden zum ersten Male im 10. Jahrhundert erwähnt. Sie besassen damals schon Grundstücke in einer Vorstadt Regensburgs. Kaiser Otto II. übergab am 2. April 981 dem St. Emmeramskloster das Gut Schierstadt, den heutigen Stadtamhof, in der nördlichen Vorstadt, mit allem Zubehör. Dieses Gut hatte das Kloster schon vorher mit des Kaisers Erlaubnis dem Juden Samuel abgekauft84). Von den Verfolgungen des ersten Kreuzzuges ist auch die Regensburger Gemeinde nicht verschont geblieben. Dienstag, den 23. Mai 1096, überfielen die Kreuzfahrer die Juden. Sie wurden alle zur Taufe gezwungen, »denn sie sahen ein, daß sie sich sonst nicht retten konnten«. Kreuzfahrer und das gemeine Volk brachten sie in einen Fluß, »machten das Zeichen des Kreuzes über das Wasser und tauften sie alle auf einmal in diesem Flusse«35). Im Mai und Juni 1097 weilte Kaiser Heinrich in Regensburg und gewährte dort den Juden, die gewaltsam getauft worden, die straflose Rückkehr zu ihrem Glauben86). Von dem ferneren Schicksale der Regensburger Gemeinde erfahren wir nur, daß im Jahre 1137 viele Juden zur Taufe gezwungen wurden. Die Veranlassung dazu soll ein Knabe Jakob b.

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