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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 4 · p. Seite 503

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 4
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 503 (sequence 2)
Language
German
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Besprechungen. 503 Zeugen der Zerstörung anheim, ohne daß auch nur der Versuch gemacht wird, ihre Sprache zu deuten. Um so willkommener wird uns die hier angezeigte Schrift sein, welche die durch die Assanierung der ehemaligen Judenstadt bedingte Demolierung der drei von Sage und Geschichte am stiefmütterlichsten behandelten Synagogen Prags zum Anlaß ihrer eingehenden geschichtlichen Würdigung nimmt. Wie hoch dieses Unternehmen anzuschlagen ist, ersieht man am besten, wenn man alles über die Prager Synagogen Geschriebene — es findet sich in Podiebrad »Altertümer der Prager Josefstadt« und in »Jahrbuch für die isr. Kultusgemeinden Böhmens 5654« — zusammenfaßt. Über Ursprung und Schicksale der Pinkassynagoge erfahren wir sehr wenig, über die vom »hohen Rabbi Löw« gestiftete Klaussynagoge nicht viel mehr als den Inhalt einer Gedenktafel, von des hochherzigen Meisel Gründungen, der Hoch- und Meiseisynagoge mr das Wenige, was direkt mit Meisels Person oder dem Prozeß tm seinen Nachlaß Zusammenhänge Ja, selbst vor den ehrwürdigsten Denkmälern des Prager Ghetto macht unsere Unwissenheit nicht halt, uüssen wir doch z. B. die Frage, ob die Altschul1) — der jetzige *) Ein interessanter, leider nicht datierter und nicht unterferdgter Bericht an den Prager Erzbischof über die Altschul (etwa aus d. j. 1700) findet sich abschriftlich 1m Kopialbuch R. David Oppenfieimers (Privatbesitz Dr. Rosenbachers hier). Anscheinend wollte der Klerus mit Rücksicht auf die unmittelbare Nähe der Geistkirche die Wiederherstellung der Altschul nach dem Brande von 1689 nicht zulassen, weswegen der Erzbischof einen Bericht einforderte. In diesem von christlicher Seite erstatteten, für die Synagoge sehr günstigen Bericht heißt es unter anderem: »So vill aber pro 4to die Jüdische Schull oder Synagog anbeirefft, dieße ist 33 Ellen lang und lS1^ Ellen braith, sonsten wohl Erbauet und dergestalten gewöLbet, daß wie im Verfloßenen 1689 t Jahr alßo ins Künffiig eine große Feuersbrunst aushalten dörffte« weiter »die offt mentionierte altschull oder Synagog, welche dem Vernehmen nach allbereith vom 800 Jahr ist erbauet worden.« Um die Wiederherstellung der Altschul hat sich der Primas Samuel Taussig Saxel große Verdienste erworben, es heißt in seinen Grabschrift (Hock s. 145 l a ״החזיר ב״ה הישגה שד״יתה (תפ״ד ר״ב (כ״ב?) שנים שגורר,י, wo an stelle von (?ר״ב (כ״ב wohl mit der Abschrift im Archiv der Beerdigungsbrüderschaft י״ב zu lesen ist, so daß die Wiedereröffnung der Altschul 1701 stattgefunden hätte. Auch für die Geschichte der anderen Synagogen finden sich noch immer wichtige unbekannte Urkunden. So besitzt die Hochsynägoge ein sehr altes und interessantes Memorbuch, das ich demnächst ver-

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