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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 383

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 383 (sequence 5)
Language
German
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Besprechungen. 38S ich Hinweisen, daß auch die Liebe zur Arbeit bei den Juden ein Atavismus ist־ Dem klassischen und auch noch dem christlichen Alter״ tum galt Arbeit als eine Schande, der Talmud dagegen bezeichnet sie als eine Ehre und schon der Pentateuch hat in dem vierten der Zehngeböte (nach der ursprünglichen Zählung) in der Weihe des wochentlicben Ruhetages zugleich die Weihe der Arbeit ausgesprochen. So etwas setzt sich nicht in die Kleider, sondern nimmt den ganzen Menschen und seine Geschlechtsfolge in Beschlag, was, wie ich glaube, bei der Beurteilung der Lebensverhältnisse der Juden nicht ganz außer Berechnung bleiben darf. Übrigens haben diese Bernerkungen nur den Zweck, das lebhafte Interesse zu bezeugen, daß die Lektüre des auch stilistisch hervorragenden Buches in mir geweckt hat. Ich zweifle nicht, daß es auf jeden Leser denselben günstigen Eindruck hervorbringen wird. Wien. Güdemann. Sirack. H. L. Einleitung in den Talmud, vierte, neubearbeitete Auflage. J. C. Hinrichs, Leipzig, 1908. Die Engländer, die Meister des Sports und des Reisekomforts, haben die Kunst erfunden, den Reiz weiter Reisen zu genießen, ohne diesen Genuß durch die üblichen Reisebeschwerden zu büßen. Die Hausboote an der Themse bieten dem Engländer ein Schiffsleben ohne Ortsveränderung und ohne Seekrankheit־ Man haust auf den Wellen, Mit einem solchen Hausboot möchte man Stracks Einleitung in den Talmud vergleichen. Der Gebildete — Christ wie Jude.— der ernsthaft wünscht, den Inhalt des Talmuds, dieses von vielen so hoch gehaltenen und andererseits wieder viel verlästerten, merkwürdigen Buches kennen zu lernen, der aber eine Fahrt auf diesem »großen, weiten Meer« nicht unternehmen kann, dem das Lesen des Talmuds in der Ursprache unmöglich und in den Übersetzungen noch immer schwierig genug ist, der wird in Stracks Einleitung nicht nur, wie der Verfasser sich bescheiden ausdrückt, im allgemeinen ausreichende, sondern gründliche und erschöpfende Be- 1 e h r u n g finden. Stracks Einleitung in den Talmud hat aber vor den englischen Hausbooten das voraus, daß sie auch flußtauglich und seetüchtig ist. D, h, sie ist vorzüglich geeignet, den jungen Studierenden in das Studium des Talmuds einzuführen, und kann auch

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