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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 380

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 380 (sequence 2)
Language
German
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380 Besprechungen. Ernährung an der Brust der Mutter, Mäßigkeit im Leben und Regelmäßigkeit, Beschäftigung bis in das späteste Alter.« (S. 291 f.) Daß diese Momente im Leben der Juden noch immer vorwiegen, kann wohl nicht in Abrede gestellt werden. Aus der Schlußbetrachtung (S. 491 f.) sei Folgendes wörtlich angeführt :»Alle Anstalten, welche armenbraven Mädchen dieEheermögiichen, verdienen die tatkräftigste Unterstützung, und es mag hier noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß es kein bloßes Spiel des Zufalles ist, wenn durch unsere Erhebungen festgestellt werden konnte, daß die Sterblichkeit und die Lebensdauer bei den Juden so ganz besonders günstig sind. Dort sind die Eheschließungen besonders zahlreich, und es gibt kaum ein gesundes Mädchen, sie mag noch so arm sein, der nicht Verwandte und Freunde die Mittel zur Aussteuer verschaffen. Nirgends wird so eifrig darauf hin gearbeitet, daß der Sohn oder die Tochter eine Ehe eingehen, nirgends wird so lebhaft gewünscht, daß die Kinder Nachkommen erzeugen, und nirgends findet die Malthusiussche Irrlehre mehr Widersacher, als in den ärmsten Hütten der Israeliten. Man mag ihnen manchmal nachsagen, daß sie auch in der Ehe das finanzielle Moment betonen,, ihr großer Familiensinn, ihre aufopfernde Wohltätigkeit machen es reichlich wieder gut, was der ihnen angeborene Erwerbssinn verschuldet, Die Israeliten haben viele und fast nur glückliche Ehen, Ehrfurcht vor dem Alter, eine geringe Sterblichkeit und eine lange Lebensdauer.« Ich habe an dem Zitat, auch im Druck, nicht das Geringste geändert. Hier ist einmal ein ausdrücklich auf die angestellten Erhebungen gestütztes Urteil über die Juden ausgespröchen, worüber sie sich freuen können. Sie sind es schon lange gewohnt, daß man an ihnen kein gutes Haar läßt, auch die wächserne Nase der Statistik muß dazu herhalten, um die Juden als eine verkommene Gemeinschaft hinzustellen, um so erfreulicher ist die günstige Meinung des Verfassers, die ich selbst auf Grund meiner hiesigen 43jährigen Tätigkeit bestätigen kann. Eine alte Jungfer ist in der Tat hierzulande eine große Seltenheit, auch Hagestolze gehören zu den Raritäten, in der Regel haben sie wegen des Bestrebens, ihre Schwestern zu verheiraten, für sich selbst den Anschluß versäumt. Wenn der Verfasser erwähnen zu müssen glaubt, man sage den Juden nach, »daß sie auch in der Ehe das finanzielle Moment betonen«, so will ich bei seinem sonstigen Wohlwollen gegen die Juden — denn auch um von ihnen die Wahrheit zu sagen, muß man wohlwollend gegen sie sein — über diese Bemerkung mit ihm nicht

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