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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 378

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
Seite 378 (sequence 1)
Language
German
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378 Besprechungen. Fürst, C. M., »Otnskörelsen frän kulturhistorisk och medhicinsksynpunkfc« (»Die Beschneidung von kulturhistorischem und medizinischem Gesichtspunkte«). Der vorliegende Vortrag wurde in der Lunder Gesellschaft der Ärzte gehalten und ist jetzt im Drucke erschienen. Der rühmlichst bekannte Anatom machte die Circumcision zum Gegenstände eines eingehenden und gründlichen Studiums und begründet dies mit den Worten: »Weil es kaum einen Volksbrauch gibt, der ein solches Interesse zu wecken vermag infolge seines hohen Alters, wie auch durch die außerordentliche Verbreitung, die er in allen Weltteilen und bei den verschiedensten Völkern gefunden, weil er fernerein Zeug bildet für den intensiven Konservatismus und die Glaubenstreue aer Juden.« Nach einer kurzen Darstellung des Aktes stellt Verfasser die Hypothese auf, daß dieser Brauch ursprünglich eine Form der »Mannbarkeitserklärung« gewesen, Dies entspreche dem bei den Urvölkern so allgemein und mannigfach herrschenden Prinzipe »Gleiches mit Gleichem«. Eine Spur davon finde sich in der exegetisch schwierigen Bibelstelle, Ex. IV, 25 חתן ד&ים אתד, לי »Durch diesen Akt habe er das Recht erworben, Bräutigam zu werden. Doch abgesehen davon, daß damit das Dunkel in der betreffenden Stelle nicht erhellt ist, bietet sie vielmehr durch diese Deutung anstatt der alten neue Schwierigkeiten. So z. B. geht doch aus den Worten ויבקש להבדתו Gott wollte die Unterlassung der Beschneidung mit dem Tode bestrafen, klar und deutlich hervor, daß diese als eine Versündigung gegen Gott betrachtet wurde. Damit ist der religiöse Charakter dieses Aktes mit voller Klarheit ausgesprochen. Die Hypothese aber erscheint, da diese Bibelstelle ihre einzige Stütze gewesen, völlig — haltlos. Ebenso unhaltbar ist die Subhypothese, daß die Circumcision ursprünglich in reiferem Alter vollzogen wurde, und daß erst später der achte Tag hierzu bestimmt wurde, teils um die Operationsschmerzen zu erleichtern, teils um das neue Mitglied so früh als möglich an die Nationalität oder die Religion zu binden. Denn die Belegstellen hiefür ibid. u. Josua VIII, 5—10 sprechen von Ausnahmsfällen, die nichts beweisen. (Vgl. auch noch J. Robertson, Die alte Religion Israels vor dem 8. Jahrhuudert v. Chr. Deutsche Übers., 2. Aufl., v. C. v. Orelli Stuttg. 1906, S. 177 f.). Doch die Schrift erhebt nicht den Anspruch, als^exegetische Arbeit zu gelten; sie will hauptsächlich einen uralten Brauch von kulturhistorischem und medizinischem Gesichtspunkte beleuchten. Dieser Aufgabe entspricht sie vollkommen und bietet dem

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