Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1909-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829819-2829823-2889125--37100-2889253
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Besprechungen. Parody in Jewish LKerature by Br. Israel Davidson, New־־York, 1907 (Columbia University Press) XXII + 292 pp. Das gesamte nachbiblische Schrifttum der Juden zerfällt sowohl dem Stoffe als auch der Form hach ih zwei Klassen, in eine einheimische und eine entlehnte oder unter fremdem Einfluß entstandene Literatur. Zur ersteren gehört das ganze Gebiet der Halaeha und des Midrasch, sowie! die an letztere sich knöpfenden Formen der Bibelexegese. Denn mögen auch, wie neuere Forschungen ergaben, mancherlei fremde Elemente in diese Literaturzweige Eingang gefanden haben (Steinschneider, Hebr. Übers. Vorrede S. XXIII), so sind dies doch nur verschwindende Einzelheiten; im Gänzen ist sowohl der Stoff dieses Literaturkreises als auch die literarische Oestalturig desselben ureigenes Produkt des jüdischen Geistes. Hingegen sind sämtliche wissenschaftliche Disziplinen des Mittelalters mit Ein- Schluß der Religionsphilosophie, sowie die Kabbala, weriigstens in ihren Grüiidelemeriteii, auf dem Boden fremder Nationen erwachsen und wurden erst dann von den Juden auf ihr Gebiet verpflanzt üiid als eigenes Gut gepflegt. Selbst die mittelalterliche Poesie, trotzdem ein großer Teil derselben liturgischen Zwecken dienen sollte, entwickelte sich, wie Goldziher (Jewish Quarterly Review, XIVj 719— 36) nachgewiesen, nur unter dem dominierenden Einfluß der arabischen Dichtung. Als eine Abart der Poesie darf man wohl die Parodie in ihrer ausgebildeten Literarischen Form ansehen. Es ist aber noch nicht erwiesen, ob auch diese bei den Juden unter fremdem Einfluß entstanden oder unabhängig von ihnen erzeugt und in die Literatur eingeführt wurde. Soweit bekarint, war der erste Parodist ein gewisser Menahem b. Aron, der den Hymnus des R. Meir b. Isaak für den ersten Abend des Osterfestes für Purim parodierte. Seine Zeit (mutmaßlich 12. Jahrh.) sowie Geburts- und Wohnort (wahrschein-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.