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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1909-01-01 · Heft 3 · p. Seite 345

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
53 (1909)
Issue
Heft 3
Article
Vorarbeiten zur "Germania Judaica" II.
Date
1909-01-01
Page
Seite 345 (sequence 2)
Language
German
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Vorarbeiten znr »Germania judaica II. 345 der Geschichte hervor, als Markt wird es im Jahre 993 zum erstenmal in einer Urkunde erwähnt9). Als Hauptsitz der PFemysliden gewann jedoch Prag durch das entscheidende Übergewicht, das diese Fürsten über alle andern Stammesfürsten Böhmens erlangt hatten10), schon im Anfange des 10. Jahrhunderts eine große Bedeutung. Mit der Ausdehnung des böhmischen Reiches unter den beiden Boleslawen in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts11) nahm seine Bedeutung noch zu. Durch das Christentum, das schon im 9. Jahrhundert in Böhmen Eingang fand und in dem Herzog Wenzel einen eifrigen Förderer hatte, wurde die böhmische Hauptstadt für die Westslaven auch ein wichtiger Mittelpunkt der damaligen Kultur. Im 10. Jahrhundert zählte Prag und seine Umgebung eine ganze Reihe von Kirchen und Klöstern12). Seit 975 oder 976 war es auch der Sitz eines Bischofs13). Ein solches wichtiges politisches und kulturelles Zentrum mußte natürlich auch ein bedeutender Mittelpunkt für den Handel werden. Wie sehr die Förderung des Handels in ihrer Residenzstadt den böhmischen Fürsten am Herzen lag, zeigen die ausgedehnten Privilegien Wratislaws II. (1061 —1092) und seiner Nachfolger für die dortige deutsche Kolonie14). Nach dem Zeugnis des Ibrahim Ibn Jakub, der auf seiner Reise durch die slavischen Länder im Jahre 965 oder 973 nach Prag kam, war diese aus Stein und Kalk erbaute Stadt die bedeutendste Handelsstadt des slavischen Nordens. Sie hatte eine einheimische Industrie. Man verfertigte Sättel, Zäume und Schilde, manche einheimische Produkte wurden auch von dort ausgeführt. Unter den fremden Kaufleuten in Prag nennt Ibrahim, der selbst Jude war und wohl zu Handelszwecken reiste, außer Slaven, Muselmännern und Türken (Ungarn) ausdrücklich Juden15). Von Kaufleuten verschiedener Nationen in Prag erzählt uns auch der bekannte Chronist Cosmas, der Dekan der Prager Kirche, zum Jahre 10906ג). Aber unter ihnen nennt er die Juden allein beim

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