Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 1)
- Language
- German
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Besprechungen. 245 Testaments« (Jena 1875) die Frage im Zusammenhang erörtert und eine Fülle von Parallelenzu Philo aus dem Neuen Testament und aus den Schriften der griechischen, und lateinischen Kirchenväter bis auf Hieronymus zusammengestellt. Freilich fehlt in dieser Material- Sammlung die notwendige Unterscheidung zwischen direktem Einfluß und nur oberflächlichen Anklängen; z. B. kann bei den neutestamentlichen Schriftstellern von einer wirklichen Benutzung Philos sicher nicht die Rede sein. Der Verfasser obigen Buches unternimmt es nun, den Einfluß, den Philo und der jüdische Alexandrinismus auf die christliche alexanärinische Exegetenschule ausgeübt hat, ausiührJich darzustellen, und zwar beschränkt er sich zunächst auf die ältesten Kirchenschriftsteiler bis auf Clemens von Alexandrien und will später eine Abhandlung über die Bibelatislegung des Origenes folgen lassen. In der Einleitung skizziert der Verfasser die Entwicklung der allegorischen Schrifterklärung und schildert kurz die Anwendung der Allegorie bei den Griechen, bei den Juden und bei den ältesten christlichen Schriftstellern. Die eigentliche Darstellung zerfällt in zwei Hauptteile. Im ersten wird der Einfluß Philos auf die Schriftauslegung der christlichen Exegeten im allgemeinen dargestellt, es werden darin die Inspirationslehre, das Verhältnis des Literalsintis zum allegorischen Sinn und die Regeln der Allegorie bei Philo und bei den christlichen Schriftstellern erläutert. Der zweite Hanptteil behandelt Philos Einfluß auf die älteste christliche Bibelexegese im besonderen : der Verfasser schickt hier zunächst eine Erörterung über die Lehre von Gott und dem Logos bezw. den göttlichen Mittelkräften voraus und bespricht dann den Inhalt des Pentateuch nach seinen verschiedenen Seiten, die Urgeschichte, die Patriarchengeschichte, die Geschichte des Moses und die mosaische Gesetzgebung, diese wieder in besonderen Abschnitten als Kultgesetze, als Sittengesetze und als bürgerliche Gesetze. Als Erstlingsschrift (ein Teil erschien als Doctor-Dissertation der katholisch-theologischen Fakultät in Breslau) ist das Buch eine anerkennenswerte Leistung, es zeigt durchweg sorgfältige Arbeit. Der Verfasser hat sich eine genügende Kenntnis der behandelten Schriftsteiler und — wie auch das vorangeschickte Verzeichnis der häufiger zitierten Werke zeigt — der einschlägigen Literatur angeeignet und alles, was ihm für seine Zwecke dienlich erschien, fleißig benutzt; er beherrscht den Stoff und behandelt ihn in übersichtlicher Anordnung. Der Wert des Buches liegt aber wesentlich in der zusammenfassenden Darstellung der allegorischen Bibeldeutungen der Kirchenschriftsteiler und der dabei zutage tretenden Abhängigkeit von Philo. Neues bietet uns der Verfasser wenig; was er im eigentlichen Rahmen seiner Aufgabe einer Erörterung unterzieht, ist größtenteils