Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829819-2829822-2888972--36967-2889101- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
244 Besprechungen. und das Bekenntnis zu einer Zwangsjacke des V e r~ Standes machen? »»Und die Freiheit wird ihnen abermals die Synagoge bringen, sagt Friedlaender, die freie Synagoge, wie sie im Zeitalter Jesu blühte, die das nichtpharisäische Juden״ nun von dem mit »Menschenhänden gemachten Tempel« und dem Gesetzesdienst befreite und den weltum schlingen den Geist der Proplieten wieder auf den Schild erhob««. Voll und ganz teilen wir mit dem Verfasser diesen s ehnsü chti g en W 1111 s c h. Warum aber müssen wir beginnen, die wir eigentlich am Ziele sind und den reinsten, ungetrübtesten Gottesglauben besitzen, einzureißen, was uns an diesem erhabenen Bekenntnis nicht hindert? Unser Ziel und unsere Hoffnung ist auch nichts anderes als eine Synagoge, in der das Wort ewig lebendig und niemals versteinert ist; in der es Menschen aber keine Nationen und Konfessionen geben wird. Nichts wün» sehen wir sehnsüchtiger, und wenn allejuden der We׳lt sich darüber einigen, sind wir täglich bereit zum Eintritt in diese freie Synagoge; aber nicht in die Kirche. Friediaenders Buch ist, wie alle seine vorangegangenen Werke, interessant, gelehrt und anregend. Wenn er ebenso gerecht wäre wie er gelehrt ist, wenn er dem Judentume gegenüber nur halb so objektiv und wohlwollend wäre, wie er es dem Christentums gegenüber ist; wenn nicht aus seinen Einleitungen und Vorworten leider immer persönlicher Haß und tiefste Seelenerbitterung sprächen, wir könnten uns am Ende verständigen. Seine Art aber mit dem »Rabbinismus«, »Pharisäertum« und den ihm verhaßten Rabbinern zu verfahren, ist nicht jüdisch und nicht einmal christlich. Wien, im März!909. D. Feuchtwang. Helniscb, Paul, Dr.: Der Einfluß Phiios auf die äheste christliche Exegese (Barnabas, Justin und Clemens von Alexandria). Ein Beitrag zur Geschichte der allegorisch-mystischen Schrifiausiegung in! Christliehen Altertum. Münster in W. 190S, Aschendorff sehe Buchhandlung. VIII; 296 S. 8°. (Alttestamentliche Abhandlungen hrsg« von Prof. Dr. J. Nikel, Breslau. Heft i/2). Philos Einfluß auf die älteste christliche Bibelexegese ist in zahlreichen theologischen Werken des 18. und 19. Jahrhunderts teils kurz gestreift, teils eingehender behandelt worden. Zuletzt hat Siegfrieu in seinem Buche »Philo von Alexandria als Ausleger des Alten