Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Stellung des Simon ben Zemach Duran in der Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie
- Date
- 1909-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Die Stellung des Simon feen lemach Duran in der Geschichte der jüdischen Beligionsphilosopbie. Von Jacob Ghittmaxm. (Schluß.) In Übereinstimmung mit Maimonides verwirft Duran auf der einen Seite die Ansicht des »Philosophen«, nach der die göttliche Vorsehung sich nur bis zur Mondsphäre erstrecken solle, wogegen alle Individuen dieser Niederwelt, der Mensch miteingeschlossen, dem Zufall preisgegeben seien, und auf der anderen Seite die Ansicht derjenigen, die das Walten der göttlichen Vorsehung auch auf die Individuen der Tierwelt ausdehnen wollen1). Da das Walten der göttlichen Vorsehung sich nach Maimonides auf die Dinge je nach dem Maße ihrer Vernunftbegabung erstreckt, so sind die tierischen Individuen als jeder Vernunftbegabung entbehrend aus dem Bereich der göttlichen Vorsehung auszuschließen; in der Tierwelt ist das Walten der göttlichen Vorsehung vielmehr nur auf die Erhaltung der Gattung gerichtet, während die Individuen dem Zufall überlassen sind. Aber auch in der Menschenwelt ist nach der Ansicht des Maimonides, dem Gersonides darin beistimmt, das Walten der göttlichen Vorsehung nicht allen Individuen 1) Das ist eine Lehre der Mutaziliten, der auch Saadja zuzustimmen scheint. Vgl. Saadja, Emunot III, S. 72, 73, Maimonides More 111, cap. 17, Guttmann, Die Bibelkritik des Chiwwi Albalchi, in Monats« schrift, Jahrg. 1879, S. 291 fgg.