Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Agada bei Philo
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 15)
- Language
- German
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Agada bei Philo. 173 da man sie Jahrhunderte hindurch in Knechtschaft hielt, oder auch war es, daß sie nach dem Gesetz des Siegers, da sie augenblicklich die Oberhand hatten, das Gut der Feinde nahmen. Hatten doch die Ägypter mit den Feind- Seligkeiten begonnen, indem sie Solche, die in keiner anderen Absicht, als vorübergehend Aufenthalt in Ägypten zu nehmen, gekommen waren, widerrechtlich, gewaltsam zu Sklaven gemacht.« Man sieht, es ist das der jüd.-aiex. Schule besonders eigene Bestreben, bibel- oder auch judenfeindliche Angriffe, an denen es ja bei einem starken Bruchteil der Bevölkerung Alexandriens, insbesondere bei spottsüchtigen Griechen, nicht fehlte, abzuwehren, Einwendungen nach dieser Seite zu widerlegen oder auch ihnen zuvorzukommen. Ich zweifle nicht, daß hier, da es sich um Vorgänge in Ägypten, gleichviel ob ältere oder jüngere, handelt, die Quelle für die gedachte entsprechende Erzählung im Talmud Philo ist, oder was vor ihm über dieses Thema in Alexandrien kursirte, worauf schon die Einkleidung in der talmudischen Erzählung die Ägypter mit den Juden darüber rechten läßt, führt und erklärt dies auch, warum in der talmudischen Relation die Verteidigung einem Ungelehrten, einem sonst unbekannten גביהא בן פפיסא, übertragen wird, er nennt sich selbst הדיוט #ובנו; die Frage interessierte eben in dem Kreise der eigentlichen palästinensischen Gelehrten zu wenig. Exod. 12, 38. Den Zuzug, den Israel beim Auszuge erhielt, deutet Philo einleuchtend (de Vit. Mos. I, § 147) teils auf Kinder von Israeliten, in der Ehe mit ägyptisehen Frauen erzeugt, teils auf Proselyten, die entweder Achtung und Bewunderung des Gotteseifers der Israeliten oder Schrecken wegen der eben vor aller Welt geschehenen Strafgerichte Gottes dem Judentum in die Arme getrieben hatte. (Schluß folgt.)