Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 53 (1909)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Agada bei Philo
- Date
- 1909-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Von Leopold TreiteL (Fortsetzung.) Ich wende mich zu agadischer Auslegung im Einzel־ nen, der Reihenfolge nach zuerst zur Geschichte Abrahams, wie sie bei Philo gegeben ist, mit Übergehung desjenigen, was bereits davon bei C. Siegfried, S. 146 ff. Erwähnung gefunden hat So begegnet man in den Quaest in Gen. L b. III. zu Gen, 15, 8 einer Art agadischer Erklärung, warum Abraham auch noch ein Zeichen verlangt habe, da er doch Gott aufs Wort vertraut, wie daselbst von ihm gerühmt wird. Die Ausgleichung der Schwierigkeit, wenn es eine solche ist, meint Philo, sei damit gegeben, daß das verlangte Zeichen nicht eigentlich zur Bewährung der Verheißung gedient habe; es habe nur die künftige Erfüllung derselben, deren Abraham gewiß gewesen, veranschaulicht werden sollen, weil, wie Philo sinnig hinzusetzt, Abraham, der darum ersuchte, doch nur Mensch sei, oder Mensch genug, so etwas zu verlangen. Gen. 16, 3. Die Wiederholung des der Sara gegebenen Titels als Frau Abrahams, nachdem dieser bereits V. 1 voraufgegangen, hat nach Philo den tieferen Grund, daß damit der Unterschied der Seelengemeinschaft, dieses göttlichen Zuges in der Ehe, wie sie von Anfang an zwischen Abra-