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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 6 · p. Seite 757

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension] / Behrens
Date
1908-01-01
Page
Seite 757 (sequence 4)
Language
German
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Besprechungen. 757 ״vollen Entfaltung geführt hat, wie nicht minder, daß M״ die neidenswerte Begabung eignet, den »Forderungen des Tages« mit ungewöhnlieber Gewandtheit zu dienen und die Kasualreäe mit jener Kraft zu versehen, die sie über die flüchtige Stünde Üinäushebt, der sie bestimmt ist״ Unter den Erzeugnissen dieser seiner besondern Kunst wird gewiß die hier äbgedruckte Synagogenweiherede — S. 208 ff. — als das gelungenste zu bezeichnen sein. In das persönliche Leben des Verfassers führen uns seine Predigt zum Amtsjübiläüm des Rabb. Dr. Vögelstein in Stettin — S. 250 ff. — die uns einen Blick tun läßt in die eigene Auffassung des rabbinischen Amtes, seine Dankrede bei Gelegenheit des eigenen Jubiläums — S. 261 ff. — deren Schlußworte niemand ohne tiefe Rührung lesen wird, und endlich eine sehr ernste Ansprache an seine Hörer — S. 265 ff. —• die er bei der gleichen 'Veranlassung auf einem ihm zu Ehren veranstalteten Kommerse gehalten hat. Breslau, Mai 1908. Behrens. Wengeroff, Pauline. Memoiren einer Großmutter, Bilder aus der Kulturgeschichte der Juden Rußlands im 19. Jahrhundert. Berlin, M. Poppelauer VIII, 200 S. 1908, 8, Grabsteine, Gemeindebücher, verwehte Briefblätter liefern wohl neben der umfangreichen wissenschaftlichen Literatur das wichtigste Material, aus dem ein jüdischer Historiker die Geschichte seines Volkes wieder aufbauen kann. Es ist nicht bloß ein mühseliges Stück Arbeit, diese Geschichtsquellen zu Tage zu fördern und zu sammeln? sondern auch eine schöpferische Tat, wenn sie von geschickter Hand zusammengefügt, neu belebt und als einheitliches Bild unserem Auge vorgeführt werden. Daneben sind dann aber auch die vereinzelten Schriften, welche ־ohne jeden Nebenzweck nur als Memoiren gelten wollen und nichts weiter als den Lebenskreis eines M enschen oder einer F a m i i i e darsteilen, für den jüdischen Geschichtsschreiber höchst wertvoll. Er sieht solche Schilderungen mit Recht als ein Glied in der Entwicklungskette seines Volkes an. Und selbst unter den Laien findet ein Buch sofori einen größeren Leserkreis, wenn es ein, bis in die kleinsten Züge fesselndes Kulturbild ist, wie »die Memoiren einer Großmutter« von Pauline Wengeroff genannt zu werden verdienen. Mit leuchtenden Farben malt diese russische Jüdin das Bild ihrer Heimat, ihres Vaterhauses, ihre Kindheitseindrücke aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Religion mit ihren Sabbat- ״und Festgebräuchen bildete selbstverständlich damals den Kern der

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