Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 5 · p. Seite 559

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 5
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 559 (sequence 20)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2829132-2829811-2829817-2888659--36471-2888728
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Michael Sachs. 559 aus, fördert Verborgenes an*s Licht, ziehet den Reichtum der Wissenschaft und Bildung hinein und so dem Ganzen neue Kräfte zu.« An Stelle der vielen kritischen Betrach״ tungen des Judentums, der philosophierenden Anschauun״ gen und ästhetisierenden Neigungen verlangt er eine positive Tätigkeit, ein offenes Auge für den Reichtum der Ideen und der religiösen Güter, welche das Judentum in sich birgt, und zugleich eine Erfüllung mit allen guten Gedanken der neuen Zeit. Er fordert die Stärkung seinem Selbstbewußtseins, eine Belebung seiner religiösen Triebe und Kräfte, den Aufruf und die Ermunterung für die Auf״ gaben, die aus der Vergangenheit uns geblieben sind, wie für diejenigen, welche die Gegenwart an uns stellt. In dieser Weise hat Sachs selbst gewirkt. Er hat an die Zukunft des Judentums geglaubt, auf seine Wieder״ e!־Stärkung in einer besseren Zeit gehofft und in der Gegenwart dafür gearbeitet. Konnte er auch in seiner Stellung — und vielleicht auch seiner Natur nach -־׳ keine schöpferischen Taten vollbringen und keine organisatorische Wirksamkeit aüsübeh, so hat er doch im Einzelnen Vieles geleistet. Und vor allem — seine Worte waren W e c k ruf e und haben erweckend gewirkt. Er war ein M an n des G e i ste s, dürfen wir zum Schlüsse sagen, des eigenen Geistes voll und auf den lebendigen Geist hinweisend, auf denjenigen, der aus der Vergangenheit zu uns spricht, wie auf denjenigen, der in der Gegenwart sich kund gibt. Und auf das, was er uns hinterlassen hat, wie auf ihn selbst, können wir seine Worte an wenden: ... »Der Mund, der überfloß von Weisheit und von Lehre, Er bringt der Nachwelt noch des Segens Füll und Ehre«.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.