Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Zum Andenken an Moritz Veit
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 538 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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538 Zum Andenken an Moritz Veit. seit ich den Nachlaß benutzt habe) nicht mehr zu sagen. Das große Interesse, das sich an dieses Aktenstück knüpft, liegt erstens im Namen der Männer, die hier geschildert werden, die viele Jahre hindurch in der Berliner Gemeinde- Verwaltung ganz hervorragend tätig waren, zweitens in den Namen der Petenten, die in der Tat die Besten der Berliner Judenheit repräsentieren und drittens darin, daß es zeigt, wie sehr in den Zeiten der Reaktion von Seiten konservativer oder orthodoxer Gemeindemitglieder Denunziationen bei den Behörden gegen solche Männer angebracht wurden, die freiheitlicher politischer Gesinnung beschuldigt wurden. Denn es handelt sich darum, diese für ein jüdisches Gemeindeamt in Aussicht genommenen Männer bei der weitliehen Macht verdächtig zu machen. Das hochwichtige Aktenstück hat folgenden Wortlaut: Eingabe an den Polizeipräsidenten. Hochwohlgeborener Herr Präsident! Hochzuverehrender Herr General-Polizei-Direktor. Die gehorsam st Unterzeichneten Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde haben äußerlich vernommen, daß die von der Repr. Vers, zu Vorstehern der Gemeinde gewählten Herren M, S. Baswitz, M. Magnus und Dr. Ostreich, Einem Kgl. Polizei-Präsidio von Seiten ihrer politischen Gesinnung in so schlechtem Lichte dargestellt worden sind, daß Ihnen die gesetzlich erforderliche Bestätigung versagt werden soll, Es ist uns nicht bekannt, was gegen die Genannten vorgebracht ist, und wir legen auch auf vereinzelte Handlungen oder Äußerungen kein entscheidendes Gewicht, die dem Einen oder dem Andern! derselben mit Recht oder mit Unrecht etwa zur Last gelegt worden sind. Wenn aber der Charakter eines Mannes, wie billig, nach der Gesammtkeit seiner Handlungen und Äußerungen und demgemäß nach dem Eindruck beurteilt werden muß, den seine Persönlichkeit während einer langen Reihe von Jahren auf seine Mitbürger hervorgebracht hat, so fühlen wir uns zu der Erklärung gedrungen, daß wir die Vorbenannten als Ehrenmänner in der ausgedehntester Bedeutüng 'des 'Wortes