Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 508 (sequence 12)
- Language
- German
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- Isaiah 1× ep/1005097
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508 Besprechung. Gebot über Schaatiies weg, desgleichen über die Frucht in den ersten Jahren, wenn er die biblische Religion darstellen will? — Falsch ist S. 22 die Erklärung des Satzes »ich bin der Ewige«; der Gesetzgeber will damit sagen, daß all die einzelnen Pflichten, die wir gegenüber unsern Mitmenschen (wie passen übrigens dazu v. 4—8, 19, 23—28, 30—31?) zu erfüllen haben, aus der Erkenntnis des heiligen Gottes fließen. S. Sifra, Raschi und die übrigen jüdischen Erklärer. — Falsch ist es, daß S. 25 mit 5 M. 5,4 die Sabbatruhe begründet wird, vielmehr nur die des Viehs. Falsch S. 29, daß Arnos 524 zu den Wucherern 84—8 rede. — Falsch S. 30, daß Jesaja (diesmal der Erste) die Frevler 58-2s mit v. 16 auf ihr göttliches Urbild verweise. In dem Streben nach einer zusammenhängenden Darstellung reißt der Verfasser nämlich die verschiedensten Bibelstellen aus ihrem Zusammenhange, urn sie in einen selbstgemachten zu bringen. — Unbegreiflich ist es, wie er S. 36 schreiben kann, die zehn Gebote schreiben nur vor, was wir zu unterlassen haben. Und das vierte und fünfte? — Ganz falsch ist S. 51 ff. die Erklärung von Abot 4* — Falsch verstanden S. 75 der Ausdruck »das Gute des Landes« jes. ll9. desgleichen S. 76, daß Jes. 57, in jenem bekannten Liede, (wem ist es so besonders bekannt? dem Schüler?) in dem er das Volk mit einem Weinberge vergleicht, das hereinbrechende Verderben mit dem sittlichen Tiefstände Judas begründet wird. Doch es ist unmöglich, alle Irrtümer und Verkehrtheiten des Büchleins, so wenig umfangreich es ist, ausführlich nachzuweisen, und schon längst höre ich den Vorwurf des Lesers, daß ich ihn und mich viel zu lange mit einem solchen durchaus minderwertigen Erzeugnis aufgehalten habe. Und dennoch war es dringend nötig, um einmal ein Exempel zu statuieren. Unser Unglück ist nicht so sehr, daß so wenig Tüchtiges und Gutes geleistet wird, als daß es an der heilsamen Kritik des Schlechten und Untüchtigen fehlt, das sonach nichts zu fürchten hat und sich in anspruchsvoller Selbstgefälligkeit spreizen kann, zumal wenn ihm eine geschickte Mache und Reklame zu Hilfe kommt. Wer über die Sätze dieses Buches ohne Prüfung dahinliest, meint, es stecke wirklich etwas dahinter, und schon die gleiche äußere Austattung, die es mit den in demselben Verlage erschienenen Bändchen »Wissenschaft und Bildung« gemein hat, könnte das Publikum zu der Meinung verführen, daß es hier eine Darstellung der »jüdischen Religion« aus berufener Feder erhält. Mindestens aber wäre es ein trauriges Zeugnis für den Tiefstand des jüdischen Religionsunterrichts und die Kritiklosigkeit jüdischer Religionslehrer, wenn sie sich ein solches »Lehrbuch« bieten ließen. Dortmund. B. Jacob.