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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 477

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
Date
1908-01-01
Page
Seite 477 (sequence 5)
Language
German
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Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. 477 »eigene Hebammen.« Daher sollen nicht mehr Gewerbe und eigene Güter ihnen erlaubt werden, da sonsten zu befahren«, daß sie, »die ohnehin in den lezten Zeiten stark an »Vermögen zugenommen, die Bürgerschaft ganz unterjochen »würde«. — Aingnar will das Schutzgeld ermäßigen, aber die Gesamtheit soll dafür einstehen, Taschengeleit soll bleiben. Läßt man doch »ohnehin die französischen Juden »connivendo passiren«. Das Schutzgeld beträgt im Durchschnitt 107/8 fl. und würde allein die Juden weniger belasten, als die Taglöhner auf dem Lande, die an Kopf- Schätzung 16 zahlen. Freiherr von Schweickhart als zweiter Referent erklärt, seine frühere Überzeugung sei durch alles, was er gelesen (auch viele Schriften, die 1780—93 in Deutschland und Frankreich erschienen sind) gefestigt, daß die Juden »nach ihrer damaligen Verfassung dem Staate offenbar schädlich seien«. Deshalb habe die frühere Zeit sie verbannt. Die Bestimmung Ruprechts II 1395, daß sie in der Pfalz nicht geduldet werden sollen1), sei als Hausgesetz oft wiederholt, aber nicht erfüllt worden : »Die christlichen »Gemeinden verlangten ihre Belassung, wie dies ausdrück- »lieh Ludwig mit dem Bart von den Burgleuten zu Mann- »heim, und Friedrich I. von den Gemeinden Pfeddersheim »und Niederingelheim versicherte«. Schädlich nennt er die Juden »durch ihr beinahe einziges Gewerb, das Schachern«. Er entwirft ein sehr düsteres Bild der Wirkung des Wuchers »in diesem vereinzelten Kleinhandel«, »wie verderblich sie »dadurch der Jugend werden; wie sie damit das Gesind »verführen; wie sie den Hilfsbedürftigen vollends zugrund- »richten, wie sie sich dadurch in die Wohnungen der »Christen schleichen, in die Händel der Nachbarn, in Ver- »führungs- und Diebstahlsgeschichten, in Mäkeleien aller ג) Ihre Häuser fielen an das von ihm gestiftete Kollegium für 6 magistros artium, die Judenschule in Neustadt an das Hospital zu Brannweiler.

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