Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 472 (sequence 18)
- Language
- German
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472 Beiträge zur Geschichte und Literatur im gaonäischen Zeitalter. Wort in der Schreibung, wie es uns gegenwärtig vorliegt, im Arabischen nur »traurig sein« bedeutet, während der ursprünglichen Bedeutung des Wortes im Hebräischen, wo חזן den Verwalter der Synagoge bezeichnet, das arabische Ojp■ entspricht. Bemerkenswert ist nun, daß gerade in Ländern der arabischen Herrschaft wiederum der חזן als Würdenträger des Gotteshauses1), und zwar auch in der Funktion als Redner, der mahnende und belehrende Vorträge hält2), erscheint. So berichtet ein arabischer Schriftsteiler am Ende des 14. Jahrhunderts, Al-Kakaschandi betreff der Organisation der jüdischen Gemeinde in Kairo, die sich sicher auch an die früheren Zeiten anlehnt, von den Funktionären des Gotteshauses, wobei er an zweiter Stelle, nach dem Oberhaupt, dem Rais, dessen Stellung der des Patriarchen bei den Christen gleichwertig ist, den חזן nennt, der an Stelle des צטיב, des Predigers, von dem Minbar herab das Volk ermahnt, während an der dritten Stelle der Sch’iiach Zibbur erwähnt wird2). 1) Vgl. das von Worinann in JQR. XVII, S. 13 veröffentlichte Dokument über die Juden in Fostät, wo der חזן vor dem שליח ציבור genannt wird. 8) Vgl. den Aufsatz von Gottheil über die Synagogen in Alt- Cairo in JQR. XIX, S. 527—528: אלחזאן... אלדי יצעד אלמנבר ויעטמהם. Bemerkenswert ist, daß auch hier das Wort חזן als Fremdwort, ebenso wie Sch’liach Zibbur, mit genauer Angabe der Aussprache gegeben wird. (Fortsetzung folgt.)