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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 423

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 423 (sequence 39)
Language
German
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Michael Sachs, 423 sich offenbaren. In langsamer, unermüdlicher Tätigkeit bearbeitete er den ganzen hebräischen Text des neunbändigen Machsor und übersetzte den größten Teil seiner Gebete in einer der Form, der Vers- und Strophenbildung der einzelnen Gedichte möglichst nahekommenden Weise1). Mit seltener Sprachgewalt suchte er den Inhalt dieser so verschiedenartigen poetischen Gebilde, die Himmel und Erde, Gott und den Menschen, die Welt und Israel, wie den Einzelnen mit seinen verschiedenartigen Schicksalen, Sorgen und Angelegenheiten behandeln, in deutscher Sprache wiederzugeben. Er hatte schwer damit zu ringen, die von taimudischen und midraschischen Gedanken erfüllten, oft beziehungsreichen, ja rätselhaften Verse in der gebotenen Kürze und ohne weitläufige Umschreibung zu übertragen. Und nicht immer ist es ihm gelungen, den spröden Stoff zu bemeistern. In manchen seiner Übersetzungen liegt der Reim und die Versbildung, ja der ganze deutsche Ausdruck wie eine Rinde über einer harten Schale, die erst den Kern enthält. Nicht wenige Stücke widerstrebten wegen ihres rein gelehrten, symbolischen, mystischen, oder überschwänglichen Inhaltes, oder auch, weil sie ohne eingehende Erklärung unverständlich sind, überhaupt einer vollständigen Wiedergabe in deutscher Sprache. Ihren Inhalt gab Sachs in kurzen Anmerkungen wieder. Aber in den eigentlichen Gebeten, in den Büßliedern, da, wo die Seele unmittelbar mit ihrem Gotte spricht und die Stimmungen des Gemütes sich offenbaren, da hat er für sie den verwandten, zum Herzen sprechenden Ausdruck gefunden. Und auch in den Hymnen und Liedern zum Preise Gottes, oder seiner Schöpfung ließ er aus all’ ihrer Schwere und Dunkelheit ihre erhabenen, großartigen Züge hervortreten, wie aus ihrer harten Form die Tiefe ihres religiösen und poetischen Gehaltes. 1) Über die Gesichtspunkte, die ihn bei seiner Übersetzung leiteten, s. seine Ausführungen in der hebräischen Einleitung zu derselben im Anhänge zu B. I, S. XXVII ff,

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