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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 388

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 388 (sequence 4)
Language
German
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388 Michael Sachs. Gesinnung, die in beiden lebte, durch die gemeinsame Arbeit für das, was ihnen teuer war, und vor allem durch den Zug der Herzen wurden sie zu einer Verbindung mit einander geführt, »die uns manchmal geradezu an antike Freundschaftsbündnisse gemahnt«. Es war eine Verbindung, die erst der Tod gelöst und gewissermaßen auch wieder geschlossen hat. Beide Freunde starben wenige Tage hintereinander. Ihr Briefwechsel1) ist in den offenen und rückhaltlosen Mitteilungen beider Männer mit ihren Urteilen über jüdische Dinge, wie über allgemeine Zeitverhältnisse und über literarische und künstlerische Erscheinungen, nicht minder aber auch in ihrer Besprechung persönlicher oder gemeinsamer Angelegenheiten, da, wo sie mit einander übereinstimmen, wie da, wo sie sich von einander trennen, einander tadeln und manchmal auch grollen, von hohem Interesse. Ihre Äußerungen sind heute noch anziehend durch ihre Frische und Unmittelbarkeit, durch die Kraft des Gefühls, die sich darin ausspricht, und häufig durch die Schönheit des Ausdrucks. Ihre Urteile sind wertvoll an sich, wie charakteristisch für die Zeit, da sie geschrieben wurden. Ganz besonders aber gibt uns dieser Briefwechsel vielfache Aufschlüsse über das Leben Sachsens, über seinen Gang und seine Entwickelung, seine religiöse Grundanschauung und Richtung, seine Studien und literarischen Arbeiten. Und er eröffnet uns auch tiefe Einblicke in sein Gemüt und in die wechselnden Empfindungen, die es in Freud und Leid bewegen, in den kurzen Zeiten der Befriedigung, wie in den nicht seltenen innerer Unruhe oder äußerer Störungen und Angriffe. ') Herausgegeben und eingeleitet von Ludwig Geiger, Franklurt a. M. 1897. Den Briefen gehen die Lebensbeschreibungen von: Veit und Sachs voran, jene vom. Herausgeb er, diese von David Kaufmann und der Allgemeinen Deutschen Biographie entnommen. Sie ist jetzt auch in den Ges. Schriften von David Kaufmann, B. 1, S• 328 ff. enthalten. Die oben von Moritz Veit angeführten Werke finden sich in einem Briefe vom August 1861, S. 107.

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