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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 4 · p. Seite 386

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 4
Article
Michael Sachs
Date
1908-01-01
Page
Seite 386 (sequence 2)
Language
German
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386 Michael Sachs. in den Augen aller derer, die ihn sahen. Er fand sie in seinen Jugendtagen, bei seinen Lehrern und Mitschülern auf dem Gymnasium in Glogau, wie in seinen Studien־־ jahren in Berlin, er fand sie innerhalb seiner Gemeinden, wie außerhalb derselben bei Männern, wie Varnhagen von Ense, Alexander von Humboldt und Josef Schelling. Und von seiner Erscheinung in seinen letzten Lebensjahren schreibt ein Mann, der ihm nahestand1): ׳»Welch1 ein Verein von seltenen Gaben war in seiner inhaltvollen Persönlichkeit vereinigt, und wie harmonisch waren so viele Gegensätze in ihm vermittelt und versöhnt! Klares Denken und poetischer Aufschwung; wissenschaftliche Genauigkeit, die das Kleine und Einzeke mit Liebe erfaßte und verfolgte, — und ein stets auf das Ganze gerichteter, weit umschauender und tief cindrihgender Blick; logische Schärfe — und eine blitzartig treffende und vieles )plötzlich erhellende Intuition; eine schöpferische Kraft, die neue Gedanken lind Gesichtspunkte massenhaft eröffnete, und eine für das Gegebene stets freie und offene Empfänglichkeit, -- wer, der ihn näher gekannt und beobachtet hat, hätte diese Vereinigung nicht wahrgenommen und bewundert?« »Jene Geistesgröße und Gedankenfülle — sie offenbarte sich in dem schönen, herrlichen, ausdrucksvollen Antlitze so offenkundig, daß es an sich schon allein Ehrerbietung einflößte und vorübergehende Fremde auf der Straße nicht selten auzuhalten und zu fesseln schien. Sein Gespräch, sein Umgang war eine Quelle der Anregung und Belehrung; Alles gewann unter seiner Beleuchtung ein höheres Interesse, eine gesteigerte Bedeutung. Was aber den Verkehr mit ihm besonders fruchtbar machte, war das drängende Bedürfnis der Mitteilurig, welches eine Folge seiner unausgesetzten Geistesarbeit und seiner zur Geselligkeit neigenden Natur war.« Sachs hat Gelegenheit gehabt, seine Kräfte und Fähigkeiten an hervorragender Stelle, in Prag und in Berlin, zu betätigen. Sein Name schmückt ein bedeutsames Kapitel der Geschichte der jüdischen Gemeinde Berlin, und die Alte Synagoge durchweht jetzt noch der Hauch seines Geistes. Seine Wirksamkeit fällt in eine bewegte Zeit. *) David Rosin in seinem Nachrufe auf Sachs im IX. Berichte der Religionsschule der Jüdischen Gemeinde 1864, S. 7,

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