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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 3 · p. Seite 258

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 3
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 258 (sequence 2)
Language
German
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258 Die Satire in der jüdischen Literatur. herrlichen Blütenkranz bildet, den er aus mannigfachen in den verschiedenen Zeiten seines Lebens verfaßten Dichtungen gewunden hat. (מחברות עמנואל oft ediert, besteht aus 28 Kapiteln. Das letzte מחברת התופת והעדן, eine Schilderung der Hölle und des Paradieses wurde von M. Stern ins Deutsche übersetzt, Wien 1865, teilweise auch von Geiger a. a. O. S. 35; vgl. L. Fürst »Illustrierte Monatshefte für die gesamten Interessen des Judentums« S. 105, 187; vgl. Graetz Gesch. VII, S. 307.) Immanuel schwärmte für die reizenden und war boshaft gegen die häßlichen Frauen. Das tat er, so zu sagen, kraft seiner poetischen Lizenz, die er in der Prosa seines wirklichen Lebens kaum angewandt hat. Um mit einer hübsehen Frau kokettieren zu können, ließ er sich mit ihrem Manne, einem griesgrämigen Grammatiker, in einen langen Disput ein (cap. 7). So erzählt er in der ihm eigenen Renommisterei. Köstlich ist das satirische Wechselgespräch zwischen der schönen Ta mar und der häßlichen Beria, (cap. 2) das mit den Versen beginnt: Ta ma r hebet die Wimper, und Sterne blicken zum Himmel; Senket den Blick und erweckt, die schon der Hügel bedeckt. Be ri a hebet den Blick; Basilisken tötet der Schrecken. Wundert euch nicht, d e n Blick flieht der Teufel sogar. Von dem deutschen Kaiser Karl V, wird erzählt, daß er (1558) aus übertriebener Frömmigkeit sein eigenes Leichenbegängnis lebendig in einem Sarge gefeiert habe. I m m a n u e 1 hat in übersprudelnder Lustigkeit seine eigene Leichenrede entworfen, in der er einen überschwenglichen poetischen Panegyrikus, wie man ihn in der römischen Literatur oft findet, auf sich selbst hielt (cap. 21). Das ist eine tolle Burleske, in der das maßlose Selbstlob lächerlich gemacht wird. Im letzten 28. Kapitel des genannten Werkes, einer Nachahmung der Divina comedia Dante s, mit dem er befreundet war, beschreibt I m m anu el seinen Besuch

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