Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Satire in der jüdischen Literatur
- Date
- 1908-01-01
- Page
- 257 (sequence 1)
- Language
- German
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Die Satire in der Indischen Literatur, Von Heinrich Gross. (Schluß.) VII. Immanuel b. Salomo aus Rom (ca. 1270—1380) war dem genannten Kalony mos, dem er sich in Rom in inniger Freundschaft angeschlossen hatte, als Dichter bedeutend überlegen. Sein Vorbild war C h a r i s i, dem er an Sprachgewandheit, Phantasie und Erfindungsgabe gleichkam, den er aber, was viel sagen will, an zündendem Witze und sprudelndem Humor übertraf. Man nannte im Alterturne Dem okritos »den lachenden Philosophen«, weil er über alles lachte. Man könnte Immanuel aus Rom den lachenden Dichter nennen, weil er alles ins Lächerliche zog. Der Schalk sitzt ihm immer im Nacken, er kann sieh seiner nicht erwehren, und so scherzt er selbst auf Kosten anderer. Der Scherz geht oft in Spott über, nicht aus Bosheit, sondern aus der unbändigen Laune, sich über andere lustig zu machen. Er schildert das Obszöne weniger aus Frivolität, als vielmehr aus der Sucht, die Dinge recht drastisch darzustellen. Er übertreibt oft aus demselben Grunde, und seine Satire wird mitunter zur Karrikatur. Diese charakteristischen Eigentümlichkeiten Imrnanuels, der trotzdem doch der große Dichter ist, treten in seinem Hauptwerke »M a c h b e r o t h« zu Tage, das einen Monatsschrift, 52, Jahrgang.