Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2829132-2829811-2829814-2888214--36141-2888353- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Besprechung. 253 S. 6, Anm, 6 wird zu dem Satz der Mischnah: »wer liest in verkehrter Ordnung, hat seine Pflicht nicht erfüllt« bemerkt: D. h. z. B. den 2. Abschnitt vor dem ersten. Hier hat Fiebig das Richtige getroffen, wiewohl die Komentatoren n u r an die Reihenfolge der Ve rs e denken. Aus dem Jeruschalmi z. St. geht deutlich hervor, daß auch die Ordnung der A b s c h n i 11 e gemeint ist, wie beim Halle! und beim Achtzehngebet, S. 8, Anm, 7. M e s u s a h ist nicht »das am Türpfosten befestigte, auf einer kleinen Pergamentrolle das Schema enthaltende Kä s ich en«, sondern diese P e r g a m ent rolle selb st. S. 10 am Schluß von IV, fehlt die Stelle »R. Jehuda sagt: bis 7 Stunden«. t Das. Anm0 1.ת&לת ד.שחר ist nicht »vielleicht« das 18־Gebet. S. 11, IV, 4 הושע השם: hilf o Gott (wörtl.: o Name). —• Die Juden haben niemals Gott mit: O N a m e angerufen. השם bedeutet hier und in ähnlichen Stellen: »der Name« s^o^Viv, d. i. JHWH, wofür השם bloß Marke ist1). השם ist also wiederzugeben durch: Adonaj oder Gott. S. 10, Anm. 3, Auch in den gewöhnlichen Talmudausgaben fehlt die Stelle. S. 16. »Drei, die zusammen gegessen haben, sind verpflichtet, (einander) zum Tischsegensspruch auf z u f o rd e r n«. Das wird in Anm. 9 erklärt: »Also gemeinsam zu beten, wohl so, daß alle drei dann gleichzeitig laut beten«. Das ist nicht richtig. Bei gemeinsamen Mahlzeiten pflegte stets einer von den Teilnehmern die Benediktionen zu sprechen. Gewöhnlich war es der Gastgeber oder der Älteste oder Vornehmste der Tischgesell- Schaft; jedoch stand es diesem frei, einen andern mit dem Sprechen der Gebete zu beehren. Es geschah auch öfters, daß einer aus der Gesellschaft, gewöhnlich der Gastgeber, die Benediktion über das Brot, ברכת המוציא, und ein anderer, einer der Gäste, das Tischgebet sprach. Die übrigen Teilnehmer haben nur zugehört und Amen gesprochen2). Dasselbe war auch beim Verlesen der Torah der Fall, der erste von den »Gerufenen« sprach die erste und der letzte der Vgl. Jakob, Im Namen Gottes, S. 175, Anm. 3. 2) Hauptstellen: Mischnah Berachoth VI, 6; Toseftha IV, 18, 24, 25; V, 15, 16, 17, 18; vgl. Ber. 17 b, 37 a, 39 b (Toseftha IV, 15), 40 a, 41 a, 43 b, 45a-b, 46a־b, 48 a; Pesachim 119 b; Rosch ha-Schanah 29 b; Moed katon 23 bSemachoth X; Jerusch. Ber. VI, 1 (10 a 68); VI, 6 (10 c 1-7); VII, 1 (11 b 1-6); VII, 5 (11 c 56) u. a. Vgl. auch Hai. Gedoloth ed. Berlin S. 64.