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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 241

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Juden in neuen Romanen
Date
1908-01-01
Page
Seite 241 (sequence 7)
Language
German
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Analekten. 241 wird. Neben solchen allgemeinen Darlegungen viele Wendungen gegen jüdische Journalisten, aufdringliche Schriftsteller, protzige jüdische Damen. Man müßte Seiten äusschreiben, wenn man alle Stellen auch nur nach ihrem kurzen Inhalte angeben wollte. Aber es lohnt sich kaum der Mühe, denn mit so vielen Redensarten und so wenig Geist ist der Antisemitismus selten gepredigt worden. Und darum kann es auch dem Historiker ziemlich gleichgültig sein, wenn der Verfasser einmal (S. 418) erklärt: »Adieu Antisemitismus. Geist schwor dies faule Ideal ab«. Übrigens mag erwähnt werden, daß einzelne Juden, die in dem Roman Vorkommen, z. B. ein Journalist Zecconi, italienischen Ursprungs, garnicht ein so schlimmer Mensch, sondern ein Vertreter des Idealismus ist, und daß die Juden, auf die geschimpft wird, sich jedenfalls in ganz guter Gesellschaft, nämlich der von Offizieren, Kritikern, Dichtern, ja man kann sagen, von Deutschen insgesamt befinden. Indem Roman von Bernhard Hoeft (Dresden, Minden) »Es ging ein Säe mann« wird ein Jude, Isaak Glaser, geschildert, der, wenn er sich nicht selbst gar zu oft als ehrlichen Juden charakterisieren würde, eine Prachtfigur wäre. Er warnt zuerst den jungen Erzieher Richard Falck, der zu einer Frau König gehen will, vor dieser schönen Frau, muß aber dann, nachdem der Erzieher sein Werk in wunderbarster Weise vollendet, auch diese schöne Frau selbst gewonnen hat, das Irrige seiner Prophezeiung erkennen. Er selbst gerät in den Verdacht der Hehlerei, wird aber endlich vollkommen rehabilitiert, nachdem sein junger christlicher Freund für seine Befreiung eifrig gearbeitet, er einer der Wenigen^ die nie an der Unschuld des Alten zweifelten. Die Art, wie diese Befreiung geschieht, wie der Jude im Triumphzug aus dem Gefängnis wieder herausgeführt wird, wie die ganze Stadt an seiner Befreiung teilnimmt, ist äußerst rührend, es ist in der heutigen Literatur un- 16 Monatsschrift, 52. Jahrgang.

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