Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Juden in neuen Romanen
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 2)
- Language
- German
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236 Änalekten. geheimen Komitö einen wichtigen Auftrag hat, nach London und\ nach Paris und erfahren schließlich, wie dieser Träger einer geheimnisvollen Botschaft eine Audienz beim französischen Ministerpräsidenten, zu der ihm das ganze Volk verhelfen will, nicht erlangt, und schließlich als Opfer des gegen die Juden herrschenden furchtbaren Ingrimms ans Kreuz geschlagen wird. Wie freilich die Stellung des Autors zu Juden und zum Zionismus ist, wird aus den Partieen, die sich mit Juden beschäftigen, durchaus nicht klar, und man möchte hoffen, daß der freisinnige, für einen neuen Völker-־ frieden schwärmende Autor ihn nicht im Zionismus sieht. In »Dida Ibsens Geschichte« von Ma rg a r e t e B ö h m e (Fortsetzung des viel berufenen »Tagebuchs einer Verlorenen«, Berlin, Fontane) kömmt eine Jüdin, eine ältere Dame vor, die der einsamen, von ihrem Manne schlecht behandelten Frau durch ihre Gutmütigkeit eine Stütze, durch Ihre Schwatzhaftigkeit eine Last ist; ihr Sohn, ein Frankfurter^ Rech^sanWält, erteilt der Arrhen juristischen'־■ Rät, ist aber durchaus anständig, so daß er, obgleich er meinen könnte^ bei einer schönen Frau von nicht fleckenloser Vergangenheit einen leichten Sieg zu erringen, das Zusammensein mit seiner Klientin in keiner Weise mißbraucht.; Werden hier Juden mit offenbarer Gunst geschildert, so lodert grimmiger Hass in den Roman von H e n n i n g Vöh Sydöw : »Die Sünde aber der Eltern«. Der Roman Stufet, die' Geschiehte einet unglücklich verheirateten"Frad, die eitlen Künstler glühend liebt und schließlich erleben muß, däß dieser, dessen Liebe sie sicher zti sein glaubte, sich mit ihrer Tochter verheiratet, hat zwar mit Juden nichts zu tun, aber eine sehr merkwürdige Episode kommt vor. Eine^ Freundin der erwähnten Frau, Gattin eines hervorragenden Bildhauers, die durch ihren Mann, ihre Kinder, ihre Stellung in der Gesellschaft glücklich' seih könnte, trägt einen unauslöschlichen Schmerz in sich/ weil sie als