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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 161

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre
Date
1908-01-01
Page
Seite 161 (sequence 17)
Language
German
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Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre. 161 Und wenn der Prophet Amos die illegitimen Kulte zu Dan und Ber-seba אלוהי דן ודרך באר שבע nennt, so bietet diese Redeweise nicht den mindesten Anhalt zum Schluß auf die Existenz mehrerer JHW% wie es die Entwicklungstheorie tut. יוי Üc * Gelingt es nun der positiven Richtung in der Bibelwissenschalt nach alledem auch auf dem Boden des israelitischen Schrifttums die Angriffe der Evolutionisten wenigstens in den Hauptpunkten siegreich zurückzuschlagen, so bleibt doch noch eine Anzahl weniger wichtiger Nebenmomente zurück, für welche sie bisher eine befriedigende Lösung nicht gefunden hat Aber schon jetzt kann npian absehen, daß eine gründlichere und exaktere Erforschung der israelitischen Religionsgeschichte schließlich auch über diese Punkte klares Licht verbreiten werde. meines Erachtens in den Tell-el-Amarna-Inschriften seine endgültige Lösung gefunden. Diese Inschriften enthalten bekanntlich mehrere Hunderte von Briefen von verschiedenen asiatischen Fürsten an ägyp־ tische Könige. In den höchst überladenen Titulaturen des ägyptischen Königs wird derselbe u. A. auch »mein Gott«, »Sonne vom Himmel« üsw. angeredet. Merkwürdiger Weise schreiben gerade die südsemitischen Berichterstatter, also diejenigen aus Palästina, Phönizien, Philistäa usw. ausnahmslos »meine Götter« "אלני" statt »mein Gott« "אלי", Diese aus dem vorrnosaischen Palästina stammenden Doku־ mente belehren uns, daß in der hebräisch, bezw. kanaanäisch sprechenden Gegend der Singular von Elohim schön in der vorisräelitiscfieri Zeit fast nicht mehr im Gebrauche war. Die Israeliten haben dem־ nach diesen pluralen Terminus zugleich mit der kanaanäischen Sprache "שפת כנען« (Jesaia 19,18) akzeptiert. Welche psychologischen Motive bei diesen kanaanäischen Stämmen hinsichtlich dieses Plurals mitgewirkt haben, können wir heute kaum sagen. Ein Pluralis mäjestatis wird es kaum gewesen sein, da solche nur im Pronomen denkbar sind; viel eher mag es ein ideelles Zusammenfasseh aller Potenzen bedeuten. Dem sei wie ihm wolle, die Israeliten sind jedenfalls für diesen bedenklichen Gottesnamen nicht verantwortlich zu machen. So hat nun hier, wie so oft, eine Silbe eines zeitgenössischen Dokumentes uns rascher aus einer Verlegenheit verholten als tausend spätere Speculationen. Monatsschrift. 52. Jahrgang. 11

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