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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 144

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 144 (sequence 16)
Language
German
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144 Die Satire in der jüdischen Literatur andere behaupten, durch Gegengründe zu verwerfen. Er verfaßte sicherlich in Rom in den Jahren 1319—1322, eine selbständige Parodie des Talmud ünter dem Titel »Traktat Purim« zur Unterhaltung am Pürimfeste. (מסכת פורים, ed. pr. Pesaro, 1507—1520.) In diesem Buche persifliert er in witziger Weise die Spitzfindigkeit des Talmud. Es lag ihm ferne, den Talmud zu verspotten, so wenig wie etwa der griechische Dichter Pigres (480 v. Chr.) durch seine Parodie »Der Froschmäusekrieg« die Ilias des Homer oder der französische Dichter S c a r r on (1648 n. Chr.) durch seine Travestie die Vergilsche Äneis verspotten wollten. Da wie dort sreifte freilich der Humor, der in der Komik zu Tage tritt, doch sehr scharf an die Satire, in welcher der angegriffene Gegenstand ins Lächerliche gezogen wird. Es ist daher erklärlich, daß die genannte Parodie des Kalonymos später von den Strenggläubigen, die in religiösen Dingen keinen Spaß verstanden, verdammt wurde (vgl. Groß a. a. Ö. S. 343). Solche Parodien für Purim kommen später in der jüdischen Literatur so oft vor, daß sie eine besondere Sorte derselben bilden (vgl. Steinscheider, Letterbode VII, p. 1 ff). (Schluß folgt.)

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