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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 6 · p. Seite 755

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 6
Article
[Rezension]
Date
1907-01-01
Page
Seite 755 (sequence 9)
Language
German
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Besprechung. 755 durstigen jüdischen Jüngling durch ihren Unterricht und ihren Um״ gang beeinflußt und bestimmt haben, wendet Freudenthal seine ein־ gehende Aufmerksamkeit zu: es sind neben den bereits genannten Isaak von ßeausobre, der Prediger der Berliner französischen Gemeinde und sein Lehrer in der Philosophie, des Rektor der Joachimthaischen Gymnasiums Heinius. Arons Verhältnis zu Moses Mendelssohn, welch letzterer nach seinem eigenen Geständnis jenem alles verdankte, was er »von den Wissenschaften profitiert« hatte, beleuchtet eine Reihe bisher nicht veröffentlichter, überaus reizvoller Briefe des Weisen von Dessau an seine Braut, die dank dem Entgegenkomtnen der Familie von Mendelssohn hier zum ersten Maie einem ,weiteren Kreise zugänglich gemacht werden. In ähnlicher Weise ergäiizt und berichtigt auch teilweise die Freudenthalsche Darstellung das, was bisher über Gomperz’ Beziehungen zu Gottsched und Lessing, der seinem Freunde in seinen »Juden« ein Denkmal gesetzt hat, bekannt war; dies zu würdigen, wird Sache des Literarhistorikers sehn Dieser wird auch von der Biographie Leon Gomperz’, des sogenannten »Danziger Gomperz«, des literarischen Gegners Friedrieh des Großen, Kenntnis nehmen müssen. Leon Gomperz ist, wenn auch wegen seiner Charakterschwäche nicht die sympatischste* so doch sicherlich neben Aron Gomperz die interessanteste Gestalt in der 30Öjährigeri Geschichte der Familie, und die Darstellung seines Lebehsläüfes, welche — wie Freudenthal bemerkt — besonders hinsichtlich der Zusammenhänge mit der Familie und dem Judentum* sowie nach der psychologischen und kulturhistorischen Seite hin die Forschungen eines früheren Biographen Leons ergänzt, sowie die treffliche Analyse der Gomperzschen Schriften, die von dem ästhetisehen Empfinden und dem feinen Sprachgefühl des Verfassers Zeugnis ablegeh, bilden stilistisch und inhaltlich den Höhepunkt des Werkes. — Leon Gomperz, dem so Freudenthal seinen Platz in der Literaturgeschichte des Judentums gesichert hat, entstammte dem Metzer Zweige der Familie, ging mit 16 Jahren nach Berlin, wo er in den Häusern seiner Verwandten und Mendelssohns verkehrte, und saß später in Königsberg zu den Füßen Kants, an den ihn Mendelssohn empfohlen hatte. In Königsberg veröffentlichte er »Kritische Bemerkungen« über die Schauspieler und die Leistungen der Döbbelinsehen und Schuchschen Theatergesellschaften, sowie über den Wert und den Inhalt der aufgeführten Stücke und »offenbarte dabei eine frühe und kräftige Reife des Urteils« (S. 293). In Danzig, wö er später ansässig war, schrieb er sodann seine »Lettres sur la langue et la litterature allemande« an Friedrich den Großen, das Bedeutsamste, was gegen diesen Verächter der deutschen Spräche auf dein Königsthrone ausgesprochen worden ist. »Es war,« sagt Freüdetithäl 48*

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