Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Der Papyrusfund von Assuan
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 632 (sequence 16)
- Language
- German
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632 Der Papyrusfund von Assuan. Wenn nun Bagoas in unseren Urkunden I und III sich der Wiederherstellung des jüdischen Gotteshauses in Elephantine so freundlieh gegenüberstellt, so war dies eben lange vor der erwähnten Schreckenszene in Jerusalem, da diese sich unter Artaxerxes abspielte, während unsere Urkunden schon aus der Zeit Darius II. stammen. Ob Bagoas auch noch einige Jahre später den elephantinischen Juden diese Gunst erwiesen hätte, ist mindestens fraglich. Aus Josephus a. a. O. ersahen wir eben, daß der in Neh. 12,11. 22 genannte Hohepriester Jochanan noch einen Bruder ישוע hatte. Unsere Urkunde I Z. 18—19 nennt uns aber außerdem noch einen zweiten Bruder Namens 1עגני), der auch den persischen Namen אלסתן?) trägt. Die in Neh. 13, 28 erwähnte Verschwägerung mit .סנבלט ist in Joseph. XI, 7, 2 und besonders 8, 2 ausführlich berichtet. Zu den »Ältesten Israels«, die nach Joseph, a. a. O. auf die Entfernung des Manasse drängten, gehört in erster Linie Nechemia ואבריחהו מעלס). Der in unserer Urkunde III Z. 1 genannte Gedaljah, Sohn des 3,סנבלט) vgl. Urkunde I Z. 29, der sich um die elephantinischen Juden verdient gemacht hat, war der Schwager Manasses, des Sohnes unseres Jochanan von Urkunde I Z. 18. Wer die Verhältnisse des altpersischen Reiches aus modernen Darstellungen kennt und den beschleunigten Postverkehr, der die engen Beziehungen von der indischen Grenze bis nach Zentralafrika wach und lebendig erhielt, den wird es nicht Wunder nehmen, daß *) Sachau, 33, spricht irrtümlich von 4 Brüdern, weil er auch den Manasse für einen Bruder Jochanans hält, was aber nach Joseph. XI, 7,1 und 8, 2 unmöglich ist. Sachau scheint durch die Bezeichnung ומבני יוידע Neh. 13, 28 dazu verleitet worden zu sein. Dieses bedeutet aber, wie an zahlreichen anderen Bibelstellen, einfach: »Nachkommen.« 2) Sach an vergleicht diesen Namen mit dem ושתן der Assuan- Papyri und dem sonst aus der persischen Litteratur bekannten Namen »Ostanes«, er verweist auch mit Meisner. auf den unter Darius I. kellscbriftlich bekannten Pascha von עביר-נהרי Namens Us-ta־nai. Es ist meines Erachtens außer Zweifel, daß dieser mit dem, in Esra 5, 3, f. ebenfalls unter Darius genannten תתני &חת עבר הנהר identisch ist. Die Verhärtung des Zischlautes würde etwa dem עשתר und עתתר entsprechen. 8) Über Sanballats Herkunft hätte Sachau nach Josephus XI, 7} 2 nicht in Zweifel zu sein brauchen, da er doch deutlich als Cutäer, vgl. II Könige 17. 24, 30, bezeichnet wird.